Optisch brillantes, aber inhaltlich reichlich schwaches Science-Fiction-Märchen nach den gleichnamigen Videospielen.
Die Story spielt in der Zukunft: Ein paar Außerirdische sind mit ihrem Kometen direkt in die Erde gerauscht und nisten im Einschlagskrater, breiten sich aber zunehmend aus. Dr. Aki Ross, die in der Trümmern New Yorks eine geheimnisvolle Pflanze birgt, bekommt die Gefahr durch die Phantome genannten Biester zu spüren und muss von ein paar Space Marines raus gehauen werden. Auch wenn der Anfang wie ein Mix aus „Alien“ und „Waterworld“ wirkt, so ist er doch recht atmosphärisch geraten.
Der Anführer des Trupps Weltraumsoldaten ist ausgerechnet Akis Ex-Freund Gray Edwards. So werden sich erst mal reichlich Vorwürfe gemacht, obwohl verborgen immer noch das Feuer der Leidenschaft brodelt. Aki darf ihn dann auch noch vor einer Alien-Infizierung retten, sozusagen als Ausgleich für ihre eigene Rettung. Alles hat man schon mal irgendwo anders gesehen, aber die Umsetzung ist durchaus routiniert.
Aki und ihr Mentor Dr. Sid wollen die 8 Spirits finden, mit denen man den Phantomen beikommen kann. Aki selbst ist der erste Spirit, da sie von Aliengewebe infiziert wurde und dessen Ausbreitung zwar verhindern konnte, es aber nicht gänzlich loswerden. Das Militär würde lieber per Strahlenkanone das komplette Alienvolk in seinem Krater pulverisieren, aber dies ist gefährlich für die Erde. Allerdings müssen sich Aki und Dr. Sid beeilen, ehe der hohe Rat der Einsatz der gigantischen Weltraumwumme billigt...
Rein von der technischen Seite ist „Final Fantasy“ ziemlich gelungen, da die Animationen doch sehr realitätsnah sind und man kein Knuddelmärchen á la Disney fabriziert hat (auch wenn „Final Fantasy“ sich an alle Altersklassen richtet richtet). Doch weitaus weniger brillant ist der Rest des Films, der eher wohl eher als Beiwerk zur Technik dienen sollte.
Da wäre zum einen die Story, welche komplett aus allen anderen Science-Fiction-Werken zusammengestückelt wurde und Elemente aus zig Vorbildern recycelt. In der ersten Hälfte ist das Rip-Off dann auch noch weitestgehend unterhaltsam und kurzweilig, aber leider verliert der Film in der zweiten Hälfte wahnsinnig an Spannung. Über die wenig originellen Dialoge kann man auch meist hinwegsehen, auch hier wird es in der zweiten Hälfte schlechter.
Leider fehlt es dem Film auch an Höhepunkten, da man nahezu alle paar Minuten mit irgendwelchen besonders spektakulären Animationen zugeklotzt wird und man so nichts zum Highlight küren kann. Auch die Actionszenen sind ganz nettes Geballer, aber da sie wie der Rest des Films direkt aus dem PC kommen, fehlt ihnen einfach das Spektakuläre.
Was den Film dann leider in den Durchschnittsbereich kickt, das ist der pseudo-philosophische bzw. mystische Part. Die Story um die Spirits ist einfach zu hochtrabend und strotzt nebenbei noch vor derben Logikfehlern. Auch sonst klappt es mit der Logik nicht so ganz. Erst bereut der fiese General kurz „Oh mein Gott, was habe ich getan?“, um dann direkt aus seine rücksichtslose Plattmach-Art fortzufahren. Das Finale des Films versucht es dann auch ohne größere Konflikte, stattdessen mit viel Kitsch und pazifistischer Mystik, was angereichert mit den passend doofen Dialogen zu garantierten Lachkrämpfen führt.
Die Story von „Final Fantasy“ ist teilweise ziemlich mau und die Figuren bleiben leider gleichgültig. Doch dank der brillanten Technik reicht es noch zum Durchschnitt.