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Mitschwimmend im Fahrwasser von Stephen Hopkins "Blown Away" inszenierte Roger Christian (Nostradamus, Masterminds) "The Final Cut". Trotz eines ordentlichen Budgets wurde daraus kein Kinofilm, obwohl ich es gerade dem charismatischen Hauptdarsteller Sam Elliot (Wir waren Helden, Road House) gegönnt hätte. Elliot verkörpert das, was er am besten kann. Einen sympatischen Typen, der gerne mal auf den Putz haut und nicht zögert eine Fernsehreporterin abzuschleppen. Er ist der ehemalige Bombenexperte John Pierce, natürlich gab es in der Vergangenheit einen tragischen Zwischenfall. Sein Kollege und Kumpel kam bei einer Bombenentschärfung ums Leben. Pierce warf den Job hin und liegt nun faul vor dem Ofen.
Doch er wird von seiner ehemaligen Kollegin Kathleen Hardy (Anne Ramsay) reaktiviert. Ein wahnsinniger Bombenleger hält die ganze Stadt in Atem. Seine Bomben sind wahre Meisterwerke, mit massig Fallen versehen, viele Bombenentschärfer, darunter auch John Hannah und Amanda Plummer, lassen ihr Leben.

Gerade in den Entschärfungsszenen könnte "The Final Cut" nicht spannender sein. Jede Bombe hat andere Fallen und muss durch andere Schritte entschärft werden. Glaubt man sie ist entschärft, tickt der Countdown auf einmal noch schneller. Auch bei den Explosionen kommt der Actionfan ins Schwärmen. Die Explosion im Auftakt ist echt, doch auch die restlichen Zerstörungsorgien haben es in sich. Autos werden zerfetzt und Menschen fliegen wie Puppen durch die Luft und bleiben blutüberströmt vor Kamera liegen. Ein wenig schade, dass dies durch die klischeebeladene Story leicht überschattet wird. Pierce muss erst lange überredet werden bevor er einwilligt, dann gerät er selbst unter Verdacht und befindet sich auf der Flucht. Obendrein darf er sich noch kräftig in Kathleen vergucken. Auch wird der Täter für meinen Geschmack zu schnell entlarvt. Schon nach einer knappen Stunde ist der Wahnsinnige entlarvt, doch das Tippen wird einem nicht leicht gemacht. Man bekommt zu wenig Informationen, um den Täter herausfinden zu können.

Das Tempo kann Christian kontinuirlich hoch halten, trotz weniger Actionszenen. Zwar fehlt zwischen den Entschärfungen die Spannung, aber die überdurchschnittlich agierenden Darsteller sorgen für Unterhaltung. Das Finale bietet mit der menschlichen Bombe einen grönenden Abschluss, wobei ich mir einen Endkampf gewünscht hätte. Aber man bleibt bei "The Finale Cut" auf halbwegs realistischer Ebene, der Vorgänger "Blown Away" war deutlich übertriebener und auch nicht so spannend. Ein paar kleine Schnitzer seien trotzdem noch zu nennen, zum Beispiel die stets mangelhafte Evakuierung der Spezialkräfte was für einige Tote sorgt, oder auch die Tatsache, dass Pierce so leicht auf den Bombenleger hereinfällt.
Alles in allem kann man aber trotzden nicht meckern. Die 96 Minuten vergehen wie im Fluge und Christians gelunege Inszenierung sorgt für einige Spannungsspitzen.

Die Entschärfungen sind hochspannend, die Darsteller überzeugend, sowie die Sets und Ausstattung. Nur die lahme Story strotzt vor Klischees und bietet kaum Überraschungen. "The Final Cut" ist trotz einiger Mankos auf jeden Fall sehenswert, allein schon wegen Sam Elliot. Hätte sich Drehbuchautor Crash Leyland (Sniper) noch ein wenig mehr ins Zeug gelegt, hätte es ein Hit in diesem Genre werden können. Knappe 7 Punkte meinerseits.

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