Gestern zu später Stunde schaffte ich es nun auch endlich mal mir David Lynchs hochgelobtes Meisterwerk "Blue Velvet - Verbotene Blicke" anzuschauen. Alles beginnt mit dem von außen etwas schüchtern scheinenden Student Jeffrey (Kyle McLachlan), der in seiner Heimatstadt Lumberton ein abgeschnittenes Ohr findet. Dieser grausige Fund führt ihn zu der Barsängerin Dorothy (Isabella Rossellini). Von nun an wird er in eine albtraumhafte Welt voller Leidenschaft, Gewalt und Perversion gezogen. David Lynch ("Lost Highway"), der Meister des Surrealismus, verwandelt hier mehrere Genres (schwarze Komödie, Liebesdrama und Psychothriller) in eine bizarre Odyssee der sich kein Zuschauer entziehen kann. Die logische Handlung (gibt es nicht in allen Lynch-Filmen) baut schon von der ersten Szene an (alter Mann kippt im Garten um) eine sehr beunruhigende Atmosphäre auf und gewinnt im weiteren Verlauf auch einiges an Tempo. Spätestens als Mr. Psycho Frank Booth alias Dennis Hopper aufkreuzt ist die gewaltige Bilderflut, welche hervorragend auf Farben abgestimmt ist, nicht mehr zu bremsen.
Fazit: "Blue Velvet" gewährt uns einen deutlichen Einblick in seelische Abgründe und menschliche Perversionen, mit dem Drang nach Perfektion. Hier wird der Betrachter wahrlich zum Voyeur.