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In der letzten Zeit erlebt der Funsplatter einen Höhenflug, es werden unzählige Titel auf das Publikum losgelassen, die literweise Blut verspritzen, aber gleichzeitig auch dermaßen lächerlich geraten, dass sie ohne Probleme ab 16 Jahren eingestuft werden. Genau in diese Sparte lässt sich auch "Sars War" stecken, mit dem Taweewat Wantha sein Regiedebut hinlegte und der sich keinesfalls vor anderen Vertretern seiner Art verstecken muss. Was wir hier haben, ist das beste Beispiel dafür, dass es oftmals die hirnlosen Trashklopper sind, die am Besten unterhalten und nicht die auf Hochglanz getrimmten, mehrere Hundert Millionen teuren Mainstreamfilme aus Hollywood.

"Sars War" bietet von Anfang an Unterhaltung auf niedrigstem Niveau, präsentiert diese aber derart abwechslungsreich und amüsant, dass es einem nie zu blöd wird und man ständig wissen möchte, wie es weitergeht. Was uns hier vorgelegt wird, ist ein völlig wilder Genremix. Während wir mithilfe eines blutigen Manga Videos eingeleitet werden, das von lauter Rockmusik unterlegt ist, geht es gleich darauf weiter mit völlig sinnfreiem Trashhumor, der den Großteil des Films ausmacht. Lobenswert ist dabei vor allem der Einfallsreichtum der Macher, der selbst dem hartgesottensten Trashfanatiker, der glaubt, alles in dieser Richtung schon gesehen zu haben, noch einen Lacher abgewinnen wird. Ob nun ein Laserschwert mitten im Kampf den Geist aufgibt, weil die Batterien leer sind, oder eine normale Schlange in bester B-Movie Tradition zu einem riesigen Ungeheuer mutiert, es ist ständig etwas los.

Langeweile kommt durch die Sprünge quer durch die verschiedensten Genres und die zahlreichen Filmparodien nicht einmal im Ansatz auf. Dass das Ganze keinerlei Sinn macht, stört dabei natürlich nicht, auch wenn die Gags stellenweise hart an der Grenze des Erträglichen sind. Zwar habe ich oftmals gelacht, aber mindestens genau so oft entrüstet den Kopf geschüttelt, da uns Taweewat Wantha hin und wieder Humor präsentiert, der sich fast schon auf Grundschulniveau bewegt. Trotzdem, beschweren kann man sich darüber natürlich nicht, denn seien wir mal ehrlich, wer sich einen Film wie "Sars War" zulegt, der erwartet doch überhaupt nichts anderes.

Kommen wir nun zum Splatter. Dieser ist entgegen meinen Erwartungen relativ zahm ausgefallen. Es wird nichts gezeigt, was der Fan nicht schon kennt, zudem ist das Geschehen keinesfalls so blutig, wie man aufgrund der übertrieben positiven Kritiken im Internet vielleicht erwarten könnte. Splatterfans werden den Kauf zwar nicht bereuen, doch all zu viel erwarten sollte man nicht, zumal die Effekte teilweise recht billig aussehen.




"Sars War" ist eine hirnlose Mischung aus Splatter, Trash, Horror und Action und nimmt sich selbst zu keinem Zeitpunkt ernst. Der Streifen wurde handwerklich überraschend gut gemacht und ist so das beste Beispiel dafür, dass auch Länder wie Thailand in der Lage sind, dem Hollywoodmarkt in nichts nachzustehen. So lange man keinen zweiten "Braindead" erwartet und nichts gegen fehlendes Niveau hat, ist man mit "Sars War" bestens beraten, wenn man wieder einmal 90 Minuten lang spaßig und trashig unterhalten werden möchte.

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