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Ein Team aus Geologen und Vulkanologen stellt zunehmend Anzeichen fest, die auf eine Eruption im Yellowstone-Nationalpark hinweisen. Dies wäre wohl nicht weiter dramatisch, wäre die Magmakammer nicht um ein Vielfaches größer als bei allen Vulkanen, die in den letzten Jahrhunderten ausbrachen. Da sich die Indizien auf eine Supereruption schließlich erhärten, droht eine Katastrophe mit globalen Ausmaßen.

Neben dem Horror-Genre stehen besonders Katastrophenfilme im Verruf, die immergleichen Muster zu variieren, vornehmlich billige Dutzendware mit schlechten Effekten auf den Markt zu bringen und am Fließband Müll zu fabrizieren. Und in vielen Fällen trifft dies auch zu, nicht jedoch bei der TV-Produktion Supervulkan, die mit ihrem semidokumentarischen Stil durchaus ein eindringliches Szenario bietet, nach dessen Ansehen man letztlich froh sein kann, wenn ein unaussprechlicher isländischer Vulkan, der den Luftverkehr kurzfristig lahm legt, das größte Problem ist, mit dem man so zu kämpfen hat.

Fakt ist: Unter dem Yellowstone-Nationalpark schlummert ein Supervulkan, der bereits ausgebrochen ist, irgendwann wieder ausbrechen wird, wobei der Zeitpunkt derzeit unberechenbar ist und eine globale Katastrophe ist im Fall eines Ausbruchs durchaus im Bereich des Denkbaren. Was genau wiederum dieser Ausbruch bedeutet, warum Vulkanausbrüche gefährlich und vor allem wieso sie vollkommen unkalkulierbar verlaufen, wird im Laufe des Films interessant und anschaulich geschildert, während das Gefahrenpotential, das etwa von Vulkanasche oder pyroklastischen Strömen ausgeht, gleich genutzt wird, um eine gespannte Atmosphäre zu erzeugen und einen hohen Spannungsbogen zu erzielen.

Und genau dies ist es, was "Supervulkan" auszeichnet: Er ist informativ und interessant, das Katastrophenszenario ist nicht komplett bei den Haaren herbeigezogen und wird spannend erzählt. Bei letzterem wiederum bedient sich Regisseur Tony Mitchell, der später "Flut - Wenn das Meer die Städte verschlingt" inszenieren sollte, durchaus gängiger Muster, die jedoch durchaus zünden und den Film an Fahrt aufnehmen lassen. Stringent geführt, mit interessanten Anekdoten der Beteiligten, die wiederum ihre Eindrücke über die Katastrophe schildern, gespickt, wird das Katastrophenszenario präsentiert, wobei zunächst einmal die ersten Anzeichen für einen Ausbruch dargelegt werden, woraufhin der Umgang der Regierung mit dem Ausbruch sowie dessen nationale und globale Auswirkungen fokussiert werden. So kommt "Supervulkan" zu keinem Zeitpunkt zum Erliegen, man fühlt sich dem Geschehen recht nah, zumal ja auch in der Eifel Vulkane schlummern, die irgendwann wieder ausbrechen werden und so ist für beste Unterhaltung gesorgt.

Dies ist letztlich natürlich auch darauf zurückzuführen, dass "Supervulkan" bei seinem Spagat zwischen einem spannenden und einem dokumentarischen Katastrophenszenario auch die menschliche Note nicht abgeht. Die Charaktere sind zwar etwas schablonenhaft, aber ansonsten sympathisch gestrickt und gewinnen durchaus an Profil, weswegen auch das Schicksal der Protagonisten zu fesseln weiß. Dies ist natürlich auch den unbekannten, aber dennoch souverän aufspielenden Darstellern zu verdanken. Da darüber hinaus auch die Effekte für einen TV-Katastrophenfilm erfreulich gut geworden sind und narrativ wirklich alles glatt läuft, ist "Supervulkan" nicht nur einfach ein guter Film, sondern regelrecht ein herausragender.

Fazit:
"Supervulkan" ist ein hervorragender und absolut empfehlenswerter Film, der einerseits mit seiner dokumentarischen Machart anschaulich Fakten vermittelt, andererseits aber auch ein spannendes, beängstigendes Katastrophenszenario kreiert, wobei inszenatorisch wie darstellerisch im Grunde keine Fehler gemacht werden. Interessant, realistisch, spannend und bedrückend - So funktioniert Katastrophenkino auch mit niedrigem Budget nahezu perfekt.

92%   

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