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Als Billy Los (Bruce Lee) alter Kumpel stirbt, macht er sich auf, alles Mysteriöse um diesen "Fall" aufzuklären. Bei der Beerdigung dann wird er überraschend erschossen. Also macht sich jetzt sein Bruder, Bobby Lo, daran, Rache zu verüben.

Die Story wirkt natürlich ziemlich aufgesetzt. Damit man einen Funken Frische in den Film bringt und nicht schon wieder einen x-beliebigen Martial Arts-Film produziert, wechselt nach dem ersten Drittel einfach der Protagonisten. Dazu wirbt man auch noch mit Bruce Lee, was sich ja ganz gut auf dem Papier macht. Dass dabei viele Kleinigkeiten dezent überflüssig erscheinen, ist schon irgendwie komisch. Warum zum Beispiel besucht Billy die Tochter seines verstorbenen Freundes? Für den Rest des Filmes hat das praktisch überhaupt keine Bedeutung. Gerade deshalb, weil Billy ja stirbt. Das Mädel tritt auch gar nicht mehr auf. Und warum muss Bobby nach Japan reisen? Abgesehen davon, dass die Dschungelkulissen nicht zu Japan passen, ist es doch egal, ob der Todestempel nicht auch in China oder so steht. Der Film wirkt an vielen Stellen arg konstruiert und ist nur schwer ernst zu nehmen. Dazu kommen dann noch zahlreiche, sinnlose Aufnahmen davon, wie Billy oder Bobby durch die Gegend watscheln. Dies legt sich jedoch zum Ende.

Auf der anderen Seite gefallen aber die ordentlichen Kämpfe. Nichts Außergewöhnliches, aber durchaus unterhaltsam. Dank dieser Sequenzen verzeihe ich auch die krude Story. Des Weiteren ist der Film vom Handwerklichen her eher solide. Während die deutsche Synchro noch wirklich recht gut ist (haben Bobby und Billy denselben Synchronsprecher?) ist der Schnitt teilweise schlecht und stümperhaft. Der mittelklassige Score ist darüber hinaus ganz gut anzuhören, wurde aber ohne Sinn und Verstand implentiert.

Über die schauspielerischen Leistungen muss man sich nicht streiten; Bruce Lee spielt so wie immer, von sich selbst überzeugt und sicherlich durchaus gelungen. Sein Nachfolger äfft das gelungen nach. Auf Grund der teilweise dämlichen Dialoge ist der Film aber stellenweise unfreiwillig komisch, was ich jetzt mal positiv bewerte.

"Der letzte Kampf der Todeskralle" ist ein wenig ambitionierter, einfallsloser Einheits-Martial Arts-Film. Die Kämpfe sind unterhaltsam, der Rest eigentlich eher lachhaft, wenngleich es trotzdem nicht zu langweilig ist.

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