Inhalt:
Japan, Tokyo, vor 50 Jahren. Chin Ku (Hwang Jang Lee) und Billy Lo (Bruce Lee), sie sind Freunde und herausragende KungFu-Fighter.
Sie haben beide Neider und Feinde. Chin Ku wird immer wieder herausgefordert, und ein europider Kämpfer (Graham Ravey) ist der vorerst Letzte, der dafür mit seinem Leben bezahlt.
Auch Billy wird herausgefordert, ein koreanischer Fighter (Casanova Wong) bedroht Billy´s Familie, und es kommt zum brutal geführten Duell, Billy bleibt siegreich.
Dann erfährt Billy Lo von Cin Ku´s Tod aus der Zeitung. Billy will den Tod Chin´s aufklären, und Ermittlungen einleiten.
Bei der Beisetzung Chin´s, wird dessen Sarg mittels Hubschrauber "gekidnappt", beim Versuch dies zu verhindern, wird Billy getötet.
Nunmehr will Billy´s Bruder, Bobby Lo (Kim Tai-Chung), die Schuldigen am Tod Billy´s ermitteln, und seinen Tod rächen.
Befreundet mit Chin Ku war ein europäischer KungFu-Meister, Lewis (Roy Horan), dieser wirkt zwielichtig, exzentrisch und verhaltensgestört, selbiges trifft auch auf dessen einarmigen Diener (To Wai-Wo) zu.
Hier setzt Bobby seine Ermittlungen an.
Doch auch Lewis wird alsbald brutal getötet. Indes ahnt Bobby ziemlich schnell, wer dahinter steckt.
Im "Turm des Todes", in dem Rauschgift hergestellt wird, muss die Entscheidung fallen. Und dies nicht nur gegen die Schergen (u.a. Lee Hoi San) des Mörders der Billy auf dem Gewissen hat: Es kommt für Bobby zum Show-Down, zum gnadenlos-unerbittlichen Duell gegen den Mann, der seinen Bruder Billy tötete, und dessen Identität für Bobby absolut überraschend ist.
Ein Kampf auf Leben oder Tod im "Tower of Death" ist unausweichlich.
Fazit:
Im Jahre 1981 drehte Regisseur Ng See Yuen, der Schöpfer der Jackie Chan-Hits "Drunken Master"/"Sie nannten ihn Knochenbrecher" und "Snake in the Eagles Shadow"/"Die Schlange im Schatten des Adlers", diesen Spät-Bruceploitation-Eastern mit den wirklich allerletzten Bruce-Schnipseln, die es noch zu vermarkten und verwursten galt.
Wie "Game of Death"/"Mein letzter Kampf" 3 Jahre zuvor, wurde hier mit allerlei Archivmaterial, jedem noch zu verwendenden Bruce-Filmschnipsel, ein Streifen zusammengeschustert, mit einer dafür zusammengezimmerten Story, die nur dazu diente in der ersten Hälfte eine Art Hommage an Bruce Lee, und dann einen reinen KungFu-Actioner mit so vielen Fights wie möglich zu gestalten.
Das ist soweit denn gelungen, die Filmgesellschaft Raymond Chow´s, "Golden Harvest", zeichnete schon für "Game of Death" die erste Bruce-Schnipselzusammenstellung verantwortlich, und vermarktete nun mit "Tower of Death" auch letztmalig die letzten zusammengeklaubten Schnipselreste mit dem King of KungFu, Bruce Lee.
Verwendet wurden nicht nur Ausschnitte aus "Enter the Dragon"/"Der Mann mit der Todeskralle" und "The Way of the Dragon"/"Die Todeskralle schlägt wieder zu", es wurden sogar Aufnahmen aus den Frühwerken Bruce Lee´s verwendet, als er ein kleines Kind und ein Jugendlicher war. Es könnte sich um Ausschnitte aus "An Orphan´s Tragedy" (1955) und "The Kid" (1950) handeln, Dramen, natürlich keine Eastern.
Das alles wird noch ziemlich geschickt -wenngleich ersichtlich- in diesen Film hier reingeschnitten, selbst Dialog-Szenen die neu synchronisiert wurden, und zusammenmontiert mit Aufnahmen in denen ein Bruce-Double dann von hinten zu sehen ist.
Ein Schmunzeln kann man da nicht immer unterdrücken, aber der Unterhaltungsgrad und vor allem die KungFu-Fightaction stimmt, handwerklich ist das alles routiniert und sauber gestaltet, die Spannung -inklusive des völlig unerwarteten Twists- haut hin, und die Aufnahme-Technik sowie japanische Tempel-Anlagen verpassen dem Film noch einen atmosphärisch ansprechenden Look.
Zudem ist das Tempo hoch, und Langeweile kommt bei soviel Action denn auch gar nicht auf.
So ist das Ganze denn ein insgesamt ordentlicher KungFu-Actioner, ein Bruceploitation-Film mit dem echten Bruce Lee aus der Konserve zusammengeschnitten, ein "Game of Death"-Nachfolger der die Idee des letzten geplanten Films des King of KungFu aufnimmt, und die allerletzten Bruce-Schnipsel letztmalig noch in die Kinos brachte, als Abgesang auf das Bruceploitation-Subgenre.
3 Jahre zuvor hatte Linda Lee, die Witwe, denn "Game of Death"/"Mein letzter Kampf" freigegeben, und Jackie Chan mit "Drunken Master" und "Snake in the Eagles Shadow" eine neue Ära im Eastern-Genre eingeleitet.
So wirkt denn "Tower of Death" wirklich wie ein Abschluss, was Bruceploitation aber auch Old-School-KungFu-Filme allgemein angeht. Ein Schlussstrich unter ein sterbendes Genre.
Und dass "Bruce´s Co-Star" hier, Kim Tai-Chung hier eine große optische Ähnlichkeit mit Jackie Chan hat (Chan arbeitete kurz zuvor bereits schon für "Golden Harvest", in "Meister aller Klassen"/"The Young Master" - siehe mein Review auf dieser Website), dürfte wohl kaum ein Zufall sein, sondern von Raymond Chow -DEM Produzenten der Erfolge Bruce Lee´s- bewusst so gewollt gewesen sein.
Auch dass Roy Horan -Partner Jackie Chan´s in "Snake in the Eagles Shadow"/"Die Schlange im Schatten des Adlers" und auch im Bruceploitationer "Bruce Lee - Das Geheimnis der Todeskralle" (wie auch Hwang Jang Lee) zuvor zu sehen- hier mitspielte, gewiss kein Zufall. Horan spielt hier einen exzentrischen, impulsiven Typen, darstellerisch überzeugend.
Auch die Mitwirkung von Roy Chiao Hung, der in "Enter the Dragon" ebenfalls den Abt wie hier in "Tower of Death" spielte, und dessen Szenen mit dem echten Bruce Lee hier fast schonungslos dreist mit reingeschnitten wurden, ist nicht zufällig.
Hwang Jang Lee ist hier der Partner von Bruce Lee -per Zusammenschnitt- und von Kim Tai-Chung, in einer besonderen Rolle. Und Hwang Jang Lee ist fast immer ein Garant für agile KungFu-Action, so auch hier. Seine Skills sind atemberaubend, was für ein superagiler und auch charismatischer Fighter.
Kim Tai-Chung übernimmt in der zweiten Hälfte dieses Films hier das Ruder. Auch er ein klasse Fighter, er übernimmt etwas den Fight-Stil Bruce Lee´s, absolute Körperbeherrschung und dynamische Moves, zudem der Look von Jackie Chan. Eine Mischung, ein Übergang quasi von der einen in die andere Ära ("Der König ist tot, es lebe der Hofnarr", so sagte man einst in Hongkong, als Jackie Chan als so etwas wie ein Nachfolger Bruce Lee´s angesehen war). Kim agiert bemüht, ja gekonnt, in Sachen Charisma und Können, kann er Bruce Lee natürlich nicht das Wasser reichen.
Haudegen Hao Li-Jen ist der Vater von Bruce Lee und Kim Tai-Chung -im Film-, Lee Hoi San einer der Schergen im "Turm des Todes", beides sehr bekannte Gesichter für die Eastern-Fans. To Wai-Wo als zwielichtiger Diener von Roy Horan würzt das Ganze auch noch etwas.
Corey Yuen und "Mars" aus dem Dunstkreis Jackie Chan´s sind noch zu erblicken.
Die einzige nennenswerte weibliche Rolle (die Szenen mit einer Darstellerin die Kim Tai-Chung verführen soll, sind peinlich und zu vernachlässigen) hat hier Miranda Austin als Nachclub-Sängerin im Tokyoter Stadtteil "Ginza". Die Rolle ist nur wenig gehaltvoll, aber diese sehr attraktive Actrice würde ich wirklich nur dann von der Bettkante schubsen, wenn für mich stattdessen super-heißer Sex mit meinem Mega-Schwarm Athing Mu in Aussicht stünde. Mit Athing Mu hätte Mann den heißesten Sex ever, da lege ich mich mal fest -leider ohne diese Erfahrung machen und erleben zu dürfen-.
Das Wichtigste ist hier die KungFu-Action, und echt starke Fights sind hier zu sehen, der Stil Bruce Lee´s wird hier gekonnt kopiert, dynamisch-rasante, knallharte KungFu-Kämpfe mit ansprechenden, intensiven Choreographien. Und alles mündet in die Tower-Action mit einem geilen Final-Duell in ungeahnter Konstellation.
Anders als "Goodbye Bruce Lee" -siehe einen meiner letzten Reviews auf dieser Website- ist "Der letzte Kampf der Todeskralle" durchaus ansprechende Bruceploitation-Unterhaltung, mit dem echten Bruce Lee in Ausschnitten. Nicht so bekannt wie "Game of Death", aber den eingefleischten Eastern-Fan solide unterhaltend.
7,5/10.