Review

Season 1

Buffy - The Vampire Slayer
Season One

Neben Akte X prägte Ende der 90er keine andere Serie das TV-Landschaftsbild im Fantasy- & Mystery-Genre wie Buffy - The Vampire Slayer, oder wie hierzulande Buffy - Im Bann der Dämonen. Allerdings geht der Anfang der Serie noch weiter zurück als 1997. Genau genommen fünf Jahre weiter und zwar bis ins Jahr 1992. Der Grundstein wurde mit einem gleichnamigen Kinofilm gelegt, der allerdings recht wening Erfolg hatte, trotz bekannter Namen wie Donald Sutherland, Rutger Hauer oder Kristy Swanson. Der Misserfolg des Films lag mehr bei der mittelmäßigen Regie von Regisseurin Fran Rubel Kuzui und dem mäßigen Vampir-Make Up und nicht bei Erfinder Joss Whedon (Serenity), der eine gänzlich andere Vision des Konzepts hatte. Doch als Kinodebütant hatte er keinerlei Einfluss darauf, wie sein Drehbuch umgesetzt wurde. Vorerst war für Whedon damit das Thema vom Tisch und konzentrierte sich auf das Schreiben von Drehbücher einiger Kinofilme wie Twister oder Waterworld. Sein Skript zum ersten vollständigen Animationsfilm Toy Story brachte ihm zudem eine Oscar-Nominierung ein. Während seiner Drehbucharbeit für Alien - Die Wiedergeburt, trat man darauf an Whedon heran, um sein Interesse für eine Buffy-TV-Serie zu wecken. Die Möglichkeiten einer solchen Serie erkennend, ergriff er die Chance zu einer Reaktivierung von Buffy. Zudem wurde ihm die völlige kreative Kontrolle zugesichert.

So viel zu der Vorgeschichte. Man gab darauf eine zwölfteilige Staffel in Auftrag, um zu testen, wie das Fernsehpublikum auf die Serie reagieren würde. Noch ehe die erste Episode ausgestrahlt wurde, war die erste Mini-Staffel im Kasten. Die als Pilotfilm gezeigte Doppelfolge Das Zentrum des Bösen / Die Zeit der Ernte stellte das Konzept der Serie vor, wobei der Kinovorgänger in die Backstory eingearbeitet worden ist.

In der ersten Staffel ist der Cast noch recht klein und hat schon während des Pilotfilms seinen Auftritt. Zum einen wäre da natürlich Sarah Michelle Gellar (Eiskalte Engel) als titelgebende Hauptfigur, die anfangs erst für den Part der Cordelia Chase gecastet wurde. Man sieht deutlich, dass die Figur der Buffy in den Anfangszeiten noch etwas oberflächlisch wirkt und auch Sarah Michelle Gellar musste sich erst in den mit der Zeit vielseitiger werdenden Charakter einarbeiten. Zu Beginn ist Buffy noch eine Vampir-Terminatrix im Teenie-Alter, die zu passenden Gelegenheiten mit Oneliner um sich wirft. Erst im Laufe der einzelnen Staffeln sollte sich der Charakter zu der Buffy formen, die ihr Schicksal akzeptiert hat und die sie am Ende der siebten Season ist. Für Gellar war die Serie ein regelrechter Karriereschub, weshalb man sie in den folgenden Jahren auch in Genrefilmen wie Scream 2 oder Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast bewundern konnte. Einen ähnlichen Karriereaufstieg konnte auch Alyson Hannigan (Date Movie) dank der Serie erlangen und sich mit dem Erfolg der ersten drei American Pie-Streifen zudem ein Standbein im Comedyfach aufbauen. In den beiden ersten Staffeln der Serie bleibt ihre Figur jedoch nur ein normaler Sidekick mit IT-Fachkenntnissen. Weniger erfolgsversprechend verlief da die Karrie von Nicholas Brandon (Demon Island), der sich außerhalb der Serie keine goldene Nase verdienen konnte. Auch sein Charakter des Xanders bleibt trotz seiner Gefühle für Buffy im Laufe von Season One nur ein stichwortgebender und helfender Sidekick. Mehr zu tun hat da schon Anthony Head (Pancho Villa) als Buffys Wächter Rupert Giles, der mit seinem Charimsa die Serie enorm aufwerten kann. Wo wir bei Charisma sind, fällt mir ein, dass da noch eine Person im Maincast fehlt. Und zwar Charisma Carpenter (Baywatch), die in der lokalen Staffel die HighSchool-Zicke mimen darf und erst gegen Ende der Season zum festen Bestandteil der Buffy-Gang wird. Vergessen darf man aber auch nicht David Boreanaz (The Crow: Wicked Prayer), über dessen Figur Angel eine eigene Review zu schreiben lohnen würde. Aber die hier besprochene Serie ist Buffy - Im Bann der Dämonen und nicht Angel - Jäger der Finsternis (man bemerke die beknackten Deutsch-Untertitel). Über Angel werden sowohl Buffy als auch der Zuschauer erst während der Staffel aufgeklärt, während er im Pilotfilm noch den Eindruck eines simplen männlichen Love Interests macht. Weniger erwähnenswert, aber dennoch fester Bestandteil des Buffy-Universums ist Kristine Sutherland (Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft) als Buffys Mutter. Einen prominenten Gastauftritt absolviert dann noch Brian Thompson (City Cobra) gleich im Pilotfilm.

An sich ist jede Folge der ersten Season noch alleinstehend, auch wenn der von Mark Metcalf (Speed Rage) gespielte Vampir-Boss The Master und seine rechte Hand Darla, dargestellt von Julie Benz (Taken), vereinzelte Episoden miteinander verbinden. Beide bilden Buffys Hauptgegner in der lokalen Staffel und ziehen so einen roten Faden durch diese. Zwar verabschiedet sich Darla in der Folge Angel - Blutige Küsse schon vorzeitig aus der Serie, doch inzwischen weiß man, dass dies noch längst nicht ihr letzter Auftritt gewesen ist. Hingegen sind Episoden wie Verhext, Die Gottesanbeterin oder Das Lied der Hyänen eher Einzelabenteuer, wenngleich sich Buffy und Xander sich charakterlich etwas entfalten konnten. Den roten Faden um The Master und seine Machenschaften wieder aufnehmen tun hingegen die Folgen Ohne Buffy lebt sich's länger und Die Macht der Träume. Während Erstere den Gesalbten, eine potentielle Vampir-Gottheit, einführt, zeigt Letztere Buffys Ängste um die nahende Konfrontation mit The Master. Erstmals in den Fokus gerät Willow in der Episode Computerdämon, während die oberflächlisch wirkende Cordelia in Aus den Augen, aus dem Sinn etwas mehr Profil erhält und zudem mehr oder weniger Teil der Buffy-Gang wird. Somit entwickeln sich auch die unscheinbareren Charaktere bereits in der ersten Staffel etwas weiter als zum Beginn. Bedient sich die Serie in Die Macht der Träume der Nightmare On Elmstreet-Reihe, so greift Buffy lässt die Puppen tanzen das Chucky-Thema auf. Buffys Ängste und Alpträume werden schließlich im lokalen Staffel-Finale Das Ende der Welt brutale Realität, als sie gegen The Master kämpft und stirbt. Glücklicherweise kann sie wiederbelebt werden und The Master schafft es aber gleichzeitig den Höllenschlund zu öffnen. In dem von Joss Whedon geschriebenen und inszenierten Finale werden alle Figuren rund um den Hauptcast involviert und es zeigt auch durch Gellar eindrucksvoll, dass Buffy, der Prophezeihung, nach der sie sterben wird, entfliehen will.

Freilich ist Season One noch wesentlich schwächer als die nachfolgenden Staffeln, was unter anderem auch daran liegt, dass überwiegend Einzelepisoden gezeigt werden, in denen es gilt, das aktuelle Monster der Woche zu terminieren. Trotz dieser kleinen Nachteile kommen in der lokalen Staffel schon jene Bestandteile vor, die Buffy - Im Bann der Dämonen ausmachen: Humor, Action, Horror, Romantik und Dramatik, Ein Vorteil darin, dass Buffy pro Staffel immer eine andere Main-Nemesis vorgesetzt bekommt, ist der, dass sie nicht andauernd (wie z.B. in Hercules oder Xena) gegen dieselben Schurken fighten muss. In der Regel bleibt hier ein getöteter Finsterling auch tot.

Bestechen tut die Serie zudem noch durch einen großen Anteil an Action und Horror. Was den Actionsektor angeht, so wird in der Serie überwiegend mit Martial Arts gegen die jeweiligen Monsterfratzen vorgegangen. Ist diese in bester Mortal Kombat-Manier aus der Puste, wird zum vernichtenden Schlag ausgeholt. Bei den Vampiren ist das meistens der Pfahl, der sie (ihr noch etwas billig getrickst) zu Staub zerfallen lässt. Nur in Ausnahmefällen werden sie geköpft, verbrannt oder dem Sonnenlicht ausgesetzt. Das Horror-Feeling kommt dank der größtenteils recht gut gestalteten Dämonen-Masken und der schon recht dichten Atmosphäre auf, die hier bereits vorherrscht. Die anderweitigen Special Effects kommen auch gut rüber, wenngleich einige davon noch recht plump wirken. Die Kulissen wurden auch gut ausgewählt und als Highschool wurde mal wieder die Beverly Hills 90210-Location ausgewählt. Musikalisch treten von Episode zu Episode (in den USA) bekannte Bands und Sänger, überwiegend in der Dorf-Disko The Bronz, auf, das auch einen Großteil der Location ausmacht.

Unterm Strich ist Season One von Buffy - Im Bann der Dämonen eine recht oredntliche Angelegenheit, die den Zuschauer gekonnt in das Universum von Buffy und Konsorten einführt. Ihre wahre Stärke entfaltet die Serie aber hingegen erst in den folgenden Staffeln. Genutzt wird ein Teil des Potentials aber schon hier, was vor allem an der fähigen Produktion und den soliden Darstellern liegt.

Wir sehen uns bei der Review zu Buffy - The Vampire Slayer: Season Two. Bis dahin wünsche ich viel Spaß mit der vorliegenden Kritik!

Season-Note: 07/10

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