American Werewolf in London ist ein früher, absoluter Geniestreich von John Landis, der in seiner Groteske diverse Motive und Genres miteinander vermischt – Horror satt und schwarzen Humor gibt es haufenweise zu sehen. Letzterer zielt dabei besonders auf die trockene britische Lebensart ab.
Die jungen Männer David (David Naughton) und Jack (Griffin Dunne) trampen durchs englische Land. In einer moorigen Hügellandschaft werden sie von einem Bauern raus gelassen, der ihnen noch seltsame Hinweise mit auf den Weg gibt, immer brav auf der Straße zu bleiben und das Moor zu vermeiden. Sie machen sich nichts draus, auch nicht, nachdem sie in einer ländlichen Kneipe mit seltsamen, düsteren Gesellen konfrontiert wurden, die sich über das an die Wand gemalte Pentagramm ausschweigen. Auch deren Warnungen schlagen sie aus, und als sie nachts unter dem Antlitz des Vollmondes ihren Weg fortsetzen, vernehmen sie Wolfsgeheul – und bemerken gleichzeitig, dass sie von der Straße abgekommen und mitten im Moor gelandet sind...
Soviel zum Intro des Films, der Rest wird jetzt mal nicht gespoilert.
Der kurzweilige Streifen ist bis heute eine der gelungensten Symbiosen aus jeder Menge Horror und Witz. Grundsätzlich schließt die Geschichte eigentlich jede Art von Humor aus, doch Landis hat es sich nicht nehmen lassen, ihn mindestens genauso zu gewichten wie das Leitmotiv um den in London wütenden Werwolf – und das absolut perfekt. Mal wartet der Film mit nicht gerade zimperlichen Splatterpassagen auf, mal mit einer oscar-gekrönten Verwandlung und oft mit zerrender Spannung, wenn der Hauptdarsteller nicht gerade in surrealen, gewalttätigen Alpträumen unterwegs ist. Dazwischen geht es enorm lustig zur Sache, mit viel schwarzem Dialogwitz auf die feine englische Art, sehr häufig auch mit zotigem Teeniegealbere, welches in Kombination einen enormen Lachfaktor zur Folge hat, welcher den Horror aber keineswegs schmälert. Die brillante Filmmusik von Elmer Bernstein tut ihr übriges, dass der Film mit allem möglichen voll bepackt ist ohne Ende – so wird er in keiner Sekunde langweilig, und der Zuschauer kann sich wirklich die ganze Zeit über perfekt unterhalten fühlen.
Fazit: bis heute eine der besten Auseinandersetzungen mit dem Thema Werwolf, auch heute noch mit sehenswerten Special Effects und einem eindeutigen Augenzwinkern. Klare Höchstwertung. Auf DVD mittlerweile ungeschnitten sehr günstig zu bekommen – nur nicht von der harmlos anmutenden 16er-Freigabe abschrecken lassen!