Review

Ich glaube kaum ein anderes Wesen, vielleicht mit Ausnahme von Dracula, genießt einen solchen Legenden-Status wie der Werwolf. Bereits in zahlreichen Filmen durfte man dieses kuriose "Wesen", was in der Regel (es sei denn es stammt aus der Feder von Stephenie Meyer) erst bei Vollmond zu diesem "Wesen" wird, bestaunen. Bereits 1941 kam mit "The Wolf Man" der erste Werwolf Film, der noch heute großen Kult-Status unter den Film Fans genießt. 2010 kam dann das große Remake zum 41er Kult-Klassiker, wo ebenfalls noch eine Rezension von mir folgen wird. Doch auch in den 80er und 90er gab es ein paar Werwolf Film, die große Erfolge gefeiert haben. 1981 schuf John Landis mit "American Werewolf in London" einen Werwolf-Film, der zwar alle Zutaten eines typischen Werwolf-Films hat, aber viel modernere Züge (zumindest aus dem damaligen Blickwinkel betrachtet) vorweisen kann, wie die meisten anderen Werwolf-Streifen. Für viele Filmfans gilt dieser Werwolf-Film als der beste Film dieser Art. Nun habe ich in meinem ganzen Leben nicht ein richtigen Werwolf Film, im klassischen Stil, gesehen, deswegen war ich im Vorfeld sehr gespannt, wie der wahrscheinlich beste Werwolf-Film aller Zeiten auf mich wirken wird. Ich habe einen wirklich guten Film erwartet, doch dass er dann SO gut ist, sodass ich ohne zu zögern den Stempel "Grandioses Meisterwerk" drauf hauen würde, hätte ich vor Beginn des Films nicht erwartet. Ich springe wirklich mit auf den Zug, auf den sich alle Leute befinden die diesen Film groß feiern. Der Film hat alle Horror-Zutaten, die man für so eine Art von Film braucht : Ein unheimliches Szenario, grandiose Effekte, tolle Hauptdarsteller, einige traurige Momente und ein super wohlklingender Soundtrack. Am Anfang wirkt der Film noch ganz unschuldig doch als unsere beiden sympathischen Protagonisten das erste mal angegriffen werden ändert sich der Film schlagartig, ohne dabei den herrlichen und sehr passenden Humor zu verlieren. Bei der Werewolf-Attacke kommt David Kessler schwer verletzt davon. Doch in seinen Visionen wird er dringlichst darum gebeten, sich doch bitte das Leben zu nehmen, da er sich in der nächsten Vollmondnacht in einen Werwolf verwandeln wird und dadurch andere Menschenleben in Gefahr bringt. Absolutes Highlight für mich war die erste, grandios inszenierte Verwandlung von David in den blutrünstigen Werwolf. Obwohl der Film von 1981 ist, sehen die Effekte einfach umwerfend aus und da ist es nur absolut verständlich, dass dieser Film für die Effekte einen Oscar bekommen hat. Aber auch außerhalb der Werwolf-Zone wird dieser Kult-Film nie langweilig, da er von David's ( David Naughton) großartigem Humor lebt, welcher insbesondere beim Dialog mit seiner Krankenschwester zum Vorschein kommt. Aber auch die skurrilen Dialogen mit seinem imaginären Leichen-Freund, der immer mehr und mehr verwest aussieht, sind mit einer tollen Portion schwarzem Humor ausgestattet. Das Finale ist ebenfalls perfekt inszeniert, die ganze Zeit herrscht eine knisternde Spannung im Raum und man ist die ganze Zeit hin und her gerissen, ob man nun vor David Angst haben sollte, oder einfach nur Mitleid mit ihm haben soll. Zwar kam das Ende etwas plötzlich, doch auch so hatte ich beim Abspann, besonders wenn das grandiose Lied "Blue Moon" anfängt, leicht feuchte Augen bekommen. Wer diesen Film noch nicht gesehen hat, sollte dies schleunigst nachholen. Es gibt schon eine Art Pflicht-Film-Liste, wo alle Filme drauf stehen, die man als Film-Fan gesehen haben MUSS. "American Werewolf in London" gehört ohne Zweifel auf diese Liste. In mir hat der Film eine Achterbahn von Gefühlen ausgelöst, denn ich konnte mich sehr gruseln, konnte herzhaft lachen, konnte die nie kitschig wirkende Romantik genießen und ich konnte sehr viel mit fiebern und traurig sein. Somit bietet dieser Film eine Menge und ist natürlich viel mehr, als bloß ein Horrorfilm.


Fazit : Ein fantastischer Werwolf-Film der seines Gleichen sucht und das 1997 eine Fortsetzung hinter sich zog. Hier hat John Landis wirklich mal einen hervorragenden Job gemacht.


9/10

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