Review

Judy (Patty Mullen) & Mitch (Michael Rogen) cruisen mit ihrer schicken Karre glücksselig & sorgenfrei durch die Gegend, haben sie doch eben groß abgecasht. Leider bewahrheitet sich bald die alte Weisheit: Don’t canoodle & drive! Denn vor lauter Knutschen vergessen sie, dass sie ja eigentlich gerade Autofahren & prompt zerlegt es sie. (Da das Budget dieses Slashers wohl so um die 85.000$ lag, muss man sich den (bestimmt wahnsinnig spektakulären) Unfall natürlich vorstellen, denn zu sehen bekommt man ihn natürlich nicht.) Judy verliert ihre Hand (& ward nicht mehr gesehen), Mitch landet auf dem Autopsie-Tisch, mit zwei eifrigen Pathologen um sich, die sich sogleich ans Werk machen. Da der übel Zugerichtete nicht tot ist, wird er sauer (wer kann es ihm verübeln?) & sticht die Ärzte ab.

10 Jahre später. Kiki (Patty Mullen) & ihre Freunde besuchen die Stelle, wo ihre Mutter verunglückt ist & machen sich dann in der nahegelegenen & verlassenen Irrenanstalt breit, um abzuhängen. Dort probt gerade das Punk-Girl-Trio "Tina & the Tots", bestehend aus Tina (Ruth Collins), Godiva (Dawn Alvan) & Rapunzel (Farin; oh ja, sie hat die Haare schön). Es kommt zum Zwist. Etwa zu diesem Zeitpunkt, bei der aberwitzigen "romantischen Love-Fantasy" nach dreizehn Minuten, habe ich, nachdem mir schon Gedanken wie "OMG, ist das grottig", "WTF is this shit?" & "Ne, das meinen die jetzt nicht ernst, oder?" durchs Gehirn gezuckt sind & ich den Blindkauf bereits als Fehlkauf abhaken wollte, endlich gerafft, was Doom Asylum eigentlich ist.

Doom Asylum ist nämlich eine schrullige Horrorkomödie bzw. soll eine sein, denn wirklich witzig ist das Gebotene nicht. Obwohl... irgendwie ist das alles so unlustig, dass es schon wieder lustig ist. Der irre Mitch schlendert durchs Gebäude & haut dabei einen lahmen Spruch nach dem anderen raus. Kikis Freund Mike (William Hay) kämpft mit seiner Entscheidungsschwäche, ein Running Gag, der sich spätestens beim dritten Mal totgelaufen hat. Tina (die von "Tina & the Tots") lässt ständig ein nervtötendes Schurkenlachen hören. Die Dialoge sind bescheuert & steigern sich noch, etwa wenn Kiki ihren Mike bittet, sie doch "Mom" zu nennen. Und welches Argument zieht jemand, der gerade attackiert wird, aus dem Ärmel? "No, I'm a republican!"

Aber es ist nicht alles (so) schlecht. In Punkto Gore lässt Regisseur Richard Friedman ordentlich auf die Kacke hauen. Zwar hat das Gekröse einen comichaften Touch & so mancher Effekt ist nur so semi gelungen (Knochensäge vs. Fresse), aber ein paar Tricks (Säurebad, Kopf-Drillen) sind schon echt geil. Der Schauplatz rockt ebenfalls, wurde doch in einem echten aufgegebenen Sanatorium gedreht. Des Weiteren ist der Mumpitz "weltbest gespielt", Klischees werden bisweilen auf die Spitze getrieben, es mangelt nicht an absurden Situationen & wer eine Allergie in Bezug auf irrationales Verhalten hat, sollte einen weiten Bogen um den Folm machen. Außerdem guckt der "Coroner" gerne alte Tod-Slaughter-Filme im Fernsehen... & wir dürfen da mitgucken (weil der Streifen sonst zu kurz gewesen wäre).

Zu Gucken gibt’s auch was in Bezug auf die Ladies... Ruth Collins, die Tina von "Tina & the Tots", flasht zwischendurch einfach mal so ihre Brüste, ohne damit die Handlung voranzutreiben. Sachen gibt’s. Patty Mullen, "Penthouse Pet of the Month August 1986" & "Penthouse Pet of the Year 1988" (die uns zwei Jahre später als "Frankenhooker" begeistern sollte), läuft überwiegend in einem roten Bikini rum. Und außerdem gibt die Screen-Actors-Guild-Award- (& Razzie-Award-)Gewinnerin Kristin Davis (of Sex-and-the-City-Fame) hier ihr Spielfilmdebüt. In schönem Kontrast zu Pattys rotem Bikini trägt sie einen blauen Badeanzug spazieren. Bestimmt aus Gründen. Ihre Jane hat auch einen grandiosen Abgang, nach dem Motto: Warum vor dem Killer weglaufen, wenn man sich auch hinsetzen & geduldig auf ihn warten kann?

Eine Bewertung ist schwierig. Ich würfle mal &... na sowas. Eine Sechs.

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