Am 7. Dezember 1941 erlebt Amerika den japanischen Angriff auf die Hafenstadt "Pearl Harbor". Das Szenario kennen die meisten aus Michael Bays gleichnamigen Actionkracher. Für alle, die die bis zum Erbrechen schmalzige Dreiecks-Lovestory vor der Materialschlacht auch so unerträglich und ermüdend fanden wie ich, ist "Tora! Tora! Tora!" eine echte Alternative!
Zwar muss man sich auch hier lange gedulden, bevor das Auge was geboten bekommt, jedoch legt Regisseur Richard Fleischer das Augenmerk auf die akribischen Vorbereitungen der Japaner und die Bürokratie der Amerikaner. Fleischer gelingt das, was Bay nicht schaffte - er erzählt die Story nüchtern, ohne Hurra-Patriotismus und zum Glück auch ohne störende Liebesgeschichte. Damit erreicht er den Realismus, der "Pearl Harbor" fast vollständig fehlt.
Mit einem damals riesigen Budget von über 25 Millionen Dollar ("Tora! Tora! Tora!" war Jahre lang der teuerste Film aller Zeiten, erst die Produktionskosten von "Flammendes Inferno" stiegen 1974 in ähnliche Höhen) konnte das Team atemberaubende Action in Szene setzen, die sich hinter Bays Materialschlacht nicht verstecken muss! Die innovativen Tricks wurden mit dem Oscar prämiert und haben bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Einige der Szenen wurden sogar sechs Jahre später für "Schlacht um Midway" erneut verwendet.
Schauspielerisch bewegt sich "Tora! Tora! Tora! eher im Mittelfeld. Martin Balsam, Jason Robards und Co. verziehen als Offiziere kaum eine Miene. Dafür sehen sie ihren echten Vorbildern verdammt ähnlich!
Auf japanischer Seite inszenierte übrigens Kinji Fukasaku ("Battle Royale").
Fazit:
Spektakulärer Kriegsfilm, der sein langweiliges Quasi-Remake bei weitem übertrifft! 9/10 Punkten.