Review

Inhalt:

China im 17. Jahrhundert. Die manchurische Qing-Dynastie hat die Herrschaft im "Reich der Mitte" übernommen. Verstreute Überreste der Ming-Dynastie bilden einen Kampftrupp, sich die "Union" nennend, die von einem besonnen-umsichtigen Anführer (Ma Chi) geleitet wird.

Der skrupellos-grausame Warlord Ta Te Lu (Chang Yi) erhält vom Qing-Statthalter einer Provinz den Auftrag, ein Dokument welches eine Namens-Liste der Rebellen beinhaltet, zu erlangen. Hierzu werden ihm die Bildnisse von 3 Kämpfern der "Union" präsentiert. Zunächst soll der KungFu-Fighter Shao Yu Pai ("Don" Wang Tao) von ihm gestellt werden. Ta Te Lu kann Shao Yu Pai aufspüren und im Kampf besiegen. Schwer verletzt flieht Shao zu den Rebellen, "stirbt" aber schließlich.

Den Rebellen schließt sich Shao Tsui (Lee Kwan) an, der für die Ming-Patrioten geeignete Kämpfer sucht, zusammen mit Shao Wu ("Jimmy" Lung Fong). Ein Straßen-KungFu-Performer (Wang Chi-Sheng) kommt nicht in Frage, doch mit "Monkey" (Wang Tai-Lang) scheint ein starker Kämpfer gefunden. Es kommt zum Kampf mit Ta Te Lu, doch ist dieser dank seines "KungFu of the Deadly Palm" schier unüberwindlich. Zudem wird Ta Te Lu von einem abtrünnigen Mönch (Ma Chiang) der Shaolin unterstützt, der ebenso skrupellos agiert.

Über den sich von der "Union" lösen wollenden Liu Sze Hai (Miao Tien) will Ta Te Lu an die Rebellen gelangen, und dessen schöne Tochter (Chang Ping) soll in seine Gewalt gebracht werden. Liu wird im Kampf getötet, die Tochter begeht daraufhin Selbstmord. Es kommt zu weiteren Kämpfen.

Ta Te Lu hat indes ein ganz anderes Problem: Immer wieder taucht geisterhaft der für tot gehaltene Shao Yu Pai auf. Ta Te Lu besiegt ihn zwar stets, doch scheint Shao ein Meister der Wiederauferstehung zu sein. Ta Te Lu wird daraufhin immer paranoider, verfällt immer mehr dem Wahnsinn.

Schließlich muss in einem mörderischen Show-Down die Entscheidung fallen. Wer wird in einem Kampf auf Leben oder Tod siegen, Ta Te Lu oder die Ming-Patrioten...?

Kritik:

Tja, "Phantom Kung Fu" ("Mantis in the Monkey´s Shadow") hätte bei weitem besser sein können, als er letztlich ist. "Phantom Kung Fu", im Jahre 1978/79 von Star-Regisseur Lee Tso-Nam für die Studios von "Wing Tai Film Co." aus Hongkong auf Taiwan realisiert, hat seine Stärken, doch leider ziehen auch einige Schwächen diesen Eastern etwas herunter.

Die Atmosphäre ist gediegen, überzeugende Kulissen, und eine anfangs Spannung versprechende Storyline, Hauptdarsteller Chang Yi in Topform und in einer sehr speziellen Performance die er süperb meistert, sowie das Beste an diesem Eastern, die klasse KungFu-Fightaction..., das alles lässt sich gut an. Doch die Schwäche liegt einmal mehr wie bei vielen Eastern in der Umsetzung der Handlung, die inkohärent-episodisch und sprunghaft ausfällt. Zudem eine Personen-Fülle, immer wieder eingebaute Fighter und fast störende Figuren, die es zudem schwer machen, all dem als Betrachter so zu folgen, als dass man als dieser gutklassig unterhalten worden wäre.

Hinzu kommt, dass der Humor deplatziert und auch wenig ansprechend ist. Für die "lustigen" Sequenzen soll Darsteller Lee Kwan sorgen. Mit überzogenem Spiel, fast Overacting, mal übertrieben wehleidig oder begriffstutzig, soll er für komödiale Aspekte sorgen, doch war das nur dümmlich und passte nicht zum sonst eher ernsten Geschehen.

Die Stärken können das nur bedingt raus- aber den Streifen insgesamt noch auf eine etwas über Durchschnitt liegende Note hochreißen. Als da neben der gediegenen Eastern-Atmosphäre in überzeugender Kulisse, ein straightes Tempo vorgegeben wird, die KungFu-Fightaction top ist, und Chang Yi einen Villain der speziellen Art abgibt und dies stark spielt.

Chang Yis Hauptgegner im Film, "Don" Wang Tao, ein weiterer TopStar des Genres, wird "getötet", taucht wieder geisterhaft auf, wird wieder "getötet", die Leiche verbuddelt. Doch Wang Tao taucht wieder auf. Das bringt Chang Yis Figur an den Rand des Wahnsinns, die Paranoia steigt in Chang Yis Figur immer mehr an, bis er im Finale letztlich komplett durchdreht. Das ist stark performed und mal ein interessanter Villain-Ansatz, etwas Overacting gehörte da dazu, passte hier aber.

Wang Tao spielt wie gehabt, unterkühlt wie immer, der Mann der nie lacht. Aber auch das passte. Ma Chi spielt den Anführer der Rebellen ruhig-sachlich, was gut tut. Lee Kwan ist -wie oben erwähnt- leider ein Schwachpunkt. "Jimmy" Lung Fong überzeugte -ausgerechnet als Sidekick von Lee Kwan- da eher mit unaufgeregtem Spiel und kerniger Präsenz. Ma Chiang als gestörter Mönch mit sadistischer Neigung, nun ja so lala, gefiel nur bedingt. Wang Tai-Lang kann als "Monkey" mit entsprechender Erscheinung durch einen fulminanten Fight gegen Chang Yi punkten. Wang Chi-Sheng ist Gaststar dieser Produktion, und die hübsche Chang Ping in der einzigen, wenig gehaltvollen weiblichen Rolle ein Blickfang. Zudem taucht auch sie ebenfalls immer wieder geisterhaft nach dem Ableben ihrer Figur auf, und treibt den Villain verstandraubend in den Irrsinn.

Die KungFu-Fightaction konnte hier gefallen, kernige Kämpfe mit rau-brachialem Dubbing, was die Action knallhart erscheinen ließ. Klassische Techniken, keine Fliegereien, eisenharte Fights. Spektakulär die Duelle Chang Yi vs Wang Tao, und der "Monkey"-Fight zwischen Chang Yi und Wang Tai-Lang sowie einem weiteren Kämpfer an dessen Seite, 1vs2 mit Drive. Das Finale, kein Endfight zwischen Chang Yi und Wang Tao, was alles in meinen Augen runder gemacht hätte. Dafür Chang Yi vs "alle" inklusive den geisterhaft auftauchenden "Toten" mit Verfall des Villains in den Wahnsinn. "Stimmungsvoll und konsequent" wie es in der externen Kritik hier heißt, sehe ich auch so, und war mal was anderes.

"Phantom Kung Fu", hat seine Schwächen, aber auch Stärken, die das Ganze noch auf 6 von 10 Punkten in meiner Bewertung bringen. Etwas für Eastern-Vielseher und Fans von Chang Yi, Wang Tao und Lee Tso-Nam, und für die auch eher "für Zwischendurch".

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