"Der längste Tag - The longest day"
Der längste Tag behandelt, wie noch viele Filme nach ihm, die Geschehnisse der Invasion in der Normandie und die Landung auf "Omaha beach". Der Film begleitet dabei sowohl deutsche als auch allierte Soldaten auf ihrem ganz persönlichen Weg durch diesen längsten aller Tage und eröffnet dabei eine relativ ausgeglichene Perspektive aus beiden Blickwinkeln, was man bei neueren, amerikanischen Produktionen gleicher Thematik meist vergeblich sucht. Die uramerikansich, patriotische Grundhaltung bleibt natürlich aber dennoch nicht ganz aus. Die Cast des Films enthält mehr als nur einige legendäre U.S.-Akteure, unter Anderem Sean Connery und John Wayne. Auch einige bekannte, deutsche Namen wie Gert Fröbe und Dietmar Schönherr werden den meisten ein Begriff sein.
In, für damalige Verhältnisse, fulminanten Bildern präsentiert der Streifen diesen Schlüsselpunkt des zweiten Weltkrieges und spart dabei auch nicht unnötig an Gewalt. Man sieht diverse Streiter beider Seiten ihren letzten Atem aushauchen, erlebt ihre Schicksale mit. Das Werk ist somit in etwa mit Spielbergs Neunzigerjahreproduktion "Der Soldat James Ryan" vergleichbar. Es gibt aber auch etliche nicht zu leugnende und grundsätzliche Unterscheide zwischen diesen beiden, zeitlich so weit auseinanderliegenden, Produktionen. Während Ryan und Konsorten in den Neunziger-Jahre-Filmen realistischerweise panisch und geduckt von Deckung zu Deckung hechten und atemlos mit drohendem Wahnsinn und Todesangst kämpfen, spazieren die Recken der Sechzigerdekade regelrecht in den Krieg. Auch wenn der Kugelhagel nur so um die Ohren pfeift, schlendert man aufrecht durch's Feld und peilt seelenruhig die Lage. Wurden in der Realität die amerikanischen Landungsbote schon beim Öffnen der Klappen von deutschen MG-Schützen gänzlich durchsiebt, glänzen Letztergenannte in diesem Klassiker durch eine geradezu A-Team-artige Zielgenauigkeit und können somit nur vergleichsweise wenige Treffer verzeichnen. Die Schotten gönnen sich sogar den Luxus, klischhee-echt mit Dudelsackbegleitung in die Schlacht einzutreten. Markige Phrasen im Stakato dreschend erledigt man so mehr oder weniger im Vorbeigehen den deutschen Feind. Tote und Verletzte gibt es zwar auch, wird aber Alles abwinkend als "halb so schlimm" abgetan. Als sich John Wayne's Charakter beispielsweise den Knöchel bricht (im Feld ist man normalerweise mit solch einem Handicap so gut wie tot) läßt er sich lediglich verärgert murrend die Stiefel fester schnüren und spaziert weiter als sei nichts gewesen. Trotz dieses fehlenden Realismus ist "The longest day" dennoch auf jeden Fall ein sehenswertes und unerhaltsames Meisterwerk der Filmgeschichte, mit gelungener Regiearbeit und glaubwürdigen Schauspielern, das man Jedem guten Gewissens empfehlen kann. Ob nun in der schwarzweißen, oder der exzellent nachkolorierten Fassung.