Review

Lolita Vibrator Torture

Man kommt schon wirklich in Erklärungsnot, wenn Verwandte / Bekannte vor dem Filmregal stehen, ausgerechnet diesen Film herausziehen und einen ganz entsetzt fragen, was denn das sein soll. Und es ist gleichermaßen kompliziert wie naheliegend, sich aus dieser Misere irgendwie rauszureden, denn "Lolita Vibrator Torture" ist kein Porno. Im Grunde ist es die selbe Glanzleistung, wie auf Filmideen á la "Woodchipper Massacre", "Nailgun Massacre" oder "Microwave Massacre" zu kommen ... bloß mit dem Unterschied, dass der Film "Lolita Vibrator TORTURE" und nicht "Lolita Vibrator MASSACRE" heißt. Da die Werbemasche aber scheinbar läuft, werde ich mich wohl bald an die Produktion von "Blowtorch Massacre" oder "Double-Sided Dildo Slaughter" machen - und wehe einer klaut mir die Idee!

"Lolita Vibrator Torture" (und ich kann nichtmal den Titel tippen ohne zu grinsen) ist am ehesten im "Pinky Violence" Genre (einer Vermischung von "Pinku Eiga" und "Exploitationfilmen") anzusiedeln, aber man sollte sich nicht vom Titel täuschen lassen. Denn es gibt wesentlich Härteres aus dieser Ecke und das sogar mit bedeutend bodenständigeren Titeln. 
Im Grunde dreht sich der Film um einen Typen, der Frauen mit einem Vibrator massakriert, aber halt: wer auf Hardcore oder nackte Tatsachen hofft, sollte lieber einschlägige Seiten aufsuchen, als sich die Peinlichkeit antun zu müssen, den Film aus Japan zu importieren und beim örtlichen Zollamt antanzen zu müssen.
Doch leider muss man sagen, dass der Film auch genau daran leidet: in Japan werden nunmal primäre Geschlechtsmerkmale verpixelt, weswegen auch dieser Film nur das zeigt, was sich jenseits der südlichen Äquatorialregion des Körpers befindet. An sich nicht schlimm, aber in etwas so sinnvoll, wie aus Splatterfilmen jede Tötungsszene rauszuschneiden. Oh, vielleicht sollte ich als Deutscher über Letzteres keine Witze machen. 
Auch die Goreszenen sind sehr verhalten und beschränken sich auf Blutspritzer und Blutlachen, womit auch die Gorefraktion keine Freude an diesem Film finden wird. Zwar kommt dem Zuschauer die sehr kurze Laufzeit von 63 Minuten wirklich entgegen, aber es bedeutet keineswegs, hier auch nur für 5 Minuten gut unterhalten zu werden. Denn der Film ist eintönig, langweilig und so auffallend prüde, dass jede Zielgruppe, die grundlegendes Interesse an dem Streifen hat, nach nur wenigen Minuten schon nasebohrend auf dem Sofa herumgurkt. 

"Lolita Vibrator Torture" ist nichts für die Pornofraktion, nichts für die Gorebrigade (obwohl Regisseur Hisayasu Sato Jahre später mit "Naked Blood" einen wirklich beachtlichen Splatterstreifen ins Rennen geschickt hat) und auch nichts für die Erotikabteilung. Maximal für Titelfetischisten oder Sammler obskurer Filme lohnt sich die Anschaffung - alle anderen beömmeln sich in der Zwischenzeit am Filmnamen, aber schalten lieber nicht ein.

2/10

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