Review
von death-metal-collector
Deodatos Barbarenfilm für die Cannon Films.
Deodato ist da ein launiges Barbarenfilmchen gelungen, das sich qualitativ recht deutlich von anderen Italo-Barbarenkloppern wie z.B. D'Amatos ziemlich bescheidenen Ator-Filmen abhebt.
Da das Fantasy-Spektakel um die beiden Bodybuilder David und Peter Paul von den amerikanischen Cannon Films produziert wurde (somit ist es natürlich keine rein italienische Produktion), kann es sich in Sachen Ausstattung und Aufwand sehen lassen; Golan und Globus hatten die, für damalige Verhältnisse recht vorzeigbare Summe, von 4 Millionen Dollar bereitgestellt.
Wer Ruggero "Mr. Cannibal Holocaust" Deodatos Filme kennt, wundert sich eher wenig, dass der eine oder andere blutrünstige Effekt zu sehen ist, was zusammen mit der oft humorigen Ausrichtung des Filmes zuweilen irritiert. Erstaunlicherweise ist der Film, trotz seiner gelegentlichen Härten, mit FSK 12 eingestuft.
Die Paul-Zwillinge machen ihre Sache darstellerisch überraschend gar nicht so schlecht, da habe ich schon weit untalentiertere Mimen gesehen. Ich denke, die beiden spielen oft einfach sich selbst, und sie trampeln, kloppen und schlitzen sich auch mit einer gewissen Selbstironie durch das Abenteuer, die sie mimisch immerhin umzusetzen imstande sind (naja, vielleicht erwecken aber auch nur ihre lockeren Sprüche diesen Eindruck).
Die eine oder andere Beklopptheit des Drehbuches muss man versuchen zu ignorieren, etwa dass die Zwillinge in ihrer viele Jahre währenden Gefangenschaft beim fiesen Kadar von Kindern zu ausgewachsenen und komplett austrainierten Barbarenprotzen heranwachsen, während an den Mitgliedern des Gauklervolkes der Ragnicks diese Zeit ohne auch nur ein Fältchen an den Augen vorübergegangen ist - und Virginia Bryant als Canary hat noch nicht einmal die Haare anders...
Richard Lynch als fies um sich stechender Herrscher Kadar funktioniert natürlich gut; einer der sich von Sklaven auf einer riesigen Plattform tragen lässt, selbst wenn er sich in seinem Thronsaal nicht von der Stelle bewegt, hat die volle Punktzahl in Sachen Fiesheit. Allerdings muten somit auch seine romantischen Gefühle zu Canary, die über Jahre nicht erwidert werden, reichlich unglaubwürdig an.
Trotz der kritischen Einwürfe: Der Film ist unterhaltsam! Nicht gerade mein Genre, aber neben dem thematisch und atmosphärisch ganz anders gearteten "Conquest" von Lucio Fulci, der für mich überzeugendste Barbarenfilm eines italienischen Regisseurs.