"Was tut man nicht alles um nichts zu verlieren."
Georges, Literaturkritiker mit eigener Fernsehsendung, erhält fortwährend Videokassetten, die ihm stundenlange Ansichten seines Hauses zeigen. Eingewickelt sind die Kassetten stets in krude Kinderzeichnungen. Schließlich führt ihn eines der Bänder zu einem alten Bekannten aus seiner Kindheit mit dem ihn ein dunkles Geheimnis verbindet ...
Michael Haneke, Franco-Österreicher mit dem Hang zu extremen Filmstoffen ("Funny Games" kann ich einfach nicht am Stück ansehen.) hat ein beklemmendes Kammerspiel um Voyeurismus, Schuld und Lebenslügen gedreht.
Glänzend gespielt von Daniel Auteuil und Juliette Binoche schleicht sich langsam aber sicher die Angst in das intakte Familienleben der Hauptfiguren.
Auf wirklich drastische Gewaltdarstellungen vezichtet Haneke diesmal dankenswerterweise, allerdings hat mir der eine, wirklich schockierende Moment eruptiver Gewalt mal wieder ein (wirklich aufrichtiges!) "Oh Gott!" im Kinosessel entlockt.
Allein dieser Umstand hebt Hanekes vielfach Preis gekröntes Werk aus dem üblichen Kino-Einheitsbrei heraus.
"Caché" ist Hanekes bisher publikumsfreundlichster Film. Trotzdem bleibt er besonders, intensiv und von einer ununterbrochenen Spannung getragen.
Mit der Auflösung wird man am Ende allein gelassen, wird gewissermaßen selbst zum Täter, zum Kinozuschauer, zum ewigen Voyeur.
Beeindruckend!
P.S.:
Viel zu selten wird ja das Thema deutsche Synchronisation erwähnt. Bei "Caché" wurde diesbezüglich wirklich ausgezeichnete Arbeit geleistet. Zu hören sind u.a. Carin C. Tietze als deutsche Stimme von Juliette Binoche, Jürgen Heinrich als Georges und Tobias "Brad Pitt" Meister als Majid.