Review

Schluss. Aus. Vorbei. Die Saga ist vollendet. Nie wieder wird es einen weiteren Star-Wars-Film geben. Glaubt man George Lucas. Und er macht uns den Abschied wahrlich nicht leicht.

Die Geschichte beginnt ganz klassisch mit der Aufnahme eines großen Raumkreuzers. Es ist ruhig. Beängstigend ruhig. Nur Sekundenbruchteile später soll eine Raumschlacht auf unsere Sinne niederprasseln, wie man sie in dieser Dynamik und Wucht selten auf der Leinwand zu sehen bekam. Geschwindigkeit, Explosionen, Schlachtenlärm. Ein bombastisches Effektfeuerwerk. Und mittendrin die Protagonisten Obi-Wan und Anakin. Es ist eine Eröffnungssequenz, die schwer befürchten lässt, dass die Macher hier schon in den ersten Minuten ihr gesamtes Pulver verschießen. Doch wir sollen schon bald eines Besseren belehrt werden.

Wie erwartet ist der weitere Verlauf der Handlung geprägt von Anakins Pfad auf dem Weg zur dunklen Seite, seiner Furcht, seinem Zorn und letztenendes seines blanken Hasses auf alles und jeden, der seinen Weg an die Macht nicht mitgehen will. Hass, der alles das zerstört, wofür er vorher gelebt hat. Und so düster und kompromisslos, wie es sich anhört, geschieht es auch. Lucas verpackt das Bindeglied zwischen der alten und neuen Trilogie in eine unheilverkündende Atmosphäre, deren emotionale und physische Härte die Vorgängerfilme, selbst die Klassiker, in den Schatten stellt. Leider können auch hier manche Dialoge nicht vollends überzeugen – wenn etwa Anakin und Padme einmal mehr einen Diskurs über ihre Liebe führen, dürften vor allem Daily-Soap-Hassern auch diesmal wieder die Haare zu Berge stehen. Doch hier werden jene Wortfetzen nicht bis zum Erbrechen in die Länge gezogen, sondern erfreulicherweise auf das nötigste beschränkt, so dass sie in der Gesamtbetrachtung kaum ins Gewicht fallen. Sie bleiben auch die Ausnahme, denn was wir zum Ende hin zu sehen und zu hören bekommen, ist ein intensiver, packender Gefühlssturm. Und vor allem ein (verhältnismäßig) brutaler.

All jene, die sich bei „Episode 1“ über die infantilen Späße und die viel zu kindgerechte Inszenierung erbost haben, dürften mit dem nun vorliegenden Film zufriedengestellt werden. Auch wenn ein Plus an Gewalt einen Film qualitativ kaum aufwertet, kann man ohne Zweifel sagen, dass das hiesige Maß an Kaltblütigkeit und menschlichem Leid der allgemein unguten Stimmung mehr als zuträglich ist und die dahinter steckende Tragik sehr deutlich hervorhebt. Insbesondere die letzten dunklen Schritte des noch menschlichen Anakin stecken so voller Bösartigkeit, dass es dem Zuschauer kalt den Rücken herunterläuft. Auch wenn die mit Abstand härteste und traurigste Szene des Films außerhalb der Bilder stattfindet, so zeigt sie doch Nachwirkungen. Ganz zu schweigen von der schmerzvollen, endgültigen Metamorphose zum Inbegriff des Bösen - Darth Vader. Ihr voraus geht ein im Laserschwertduell von ähnlich monumentalem Ausmaße wie einst der letzte Kampf zwischen Luke und seinem Vater. Dramatisch, klasse choreographiert in einer künstlich erschaffenden, aber nicht künstlich wirkenden Lavawelt, die gleichzeitig infernal und wunderschön ist.

Man mag über Hayden Christensen denken, was man will: Er holt aus seinen begrenzten mimischen Fähigkeiten diesmal das Optimum heraus – genug, um seine Wandlung glaubwürdig rüberzubringen. Im direkten Vergleich mit Ewan McGregor oder Natalie Portman sieht er aber auch hier recht alt aus. Letztere gerät in diesem Dauerfeuer fast ein wenig zu sehr in den Hintergrund, bedenkt man ihre entscheidende Rolle bei Anakins Wandel. Eine grandiose Performance liefert hier auch Ian McDiarmid als teuflischer Darth Sidious/ Kanzler Palpatine ab, der hier deutlich mehr Screentime als in Episode I und II erhält und diese auch bravourös nutzt, um seinem Charakter die Ausstrahlung zu verleihen, die er braucht: Intrigant, suggestiv und abgrundtief böse. Einfach brillant. Des weiteren sind auch die kostümierten bzw. computergenierten Darsteller ein wahrer Hochgenuss: Allein R2D2 dabei zuzusehen, wie er Kampfdroiden trickreich Paroli bietet, ist schlicht und ergreifend herrlich. Und ein General Grievious sowie Meister Yoda beweisen, dass die CGI-Technik seit dem letzten SW-Film deutliche Fortschritte gemacht hat. Für solche schönen, detailreichen und realistischen Animationen gebührt den zuständigen Leuten Respekt.

Am Ende sind wir wieder am Anfang angelangt. George Lucas lässt den Mythos seines Werkes noch einmal hochleben und liefert hier großes, emotionales und vor allem spannendes Kino auf allerhöchstem Niveau ab, dass die Schwächen in der Erzählweise vergessen lässt und wieder dorthin zurückkehrt, wo es hin gehört: In die Herzen aller Star-Wars-Fans, die sich kaum einen besseren Abgang der Saga hätten wünschen können.

Details
Ähnliche Filme