ich gehörte zu den Menschen, die den Film in der Vorpremiere sehen konnten. Die Erwartungen waren groß. Würden die Fehler aus Episode 1 und 2 wieder gutgemacht werden? Wird das alte "Star Wars"-Feeling zurückkehren? Schafft der Film die Überleitung zu den zeitlich später angesiedelten Folgen?
Nun, zumindest letzteres trifft durchaus zu. Der Übergang ist anstandslos geglückt, genau wie erwartet wurde. Alles andere... nun ja, da herrscht bei mir ein gewisser Zwiespalt.
Die überschwengliche Begeisterung, mit der der Film aufgenommen wurde, ist nicht ganz nachvollziehbar. Denn im Endeffekt unterscheidet sich Episode 3 nicht sonderlich von seinen Vorgängern: Es ist immer noch ein einziger Effekte-Overkill, der schon fast peinlich ist. Reale Kulissen sucht man mit der Lupe und wenn das mal der Fall sein sollte, sticht es auffallend heraus. Es gleicht immer noch mehr einem Videospiel als einem Film, in dem sich zufällig ein paar Schauspieler hineinverirrt haben. Womit wir beim nächsten Thema wären: Die Darsteller. Wohl bedingt durch das ausschließliche Agieren vor dem Bluescreen können selbst gute Schauspieler wie Ewan MacGregor und Natalie Portman nicht wikrlich überzeugen. Sie wirken fehl am Platz, nicht passend und so spielen sie auch. Schade.
Zum Wichtigsten: Die Geschichte. Diese soll ja die düstereste in der ganzen "Star Wars"-Saga sein. Dieses Kriterium erfüllt der Film auch. Nur hilt das nichts, wenn die Charaktere so flach wie ein Stück Papier sind (war ja bei "Star Wars" schon immer so, aber eine Geschichte wie diese erfordert meiner Meinung nach etwas mehr Tiefe bei den Hauptpersonen). Insgesamt sind auch die Gründe, weshalb Anakin Skywalker zu dem populären Filmbösewicht Darth Vader mutiert, zu sehr an den Haaren herbeigezogen und etwas zu simpel ausgefallen. So, als hätte George Lucas sich das grob zurechtgebogen. Erzählen ist seine Sache nicht. Das spiegelt sich auch in der sogenannten Liebsgeschichte wider. Lächerlichkeit gewinnt hier eine neue Dimension. Dazu gesellen sich die mit bescheuertsten Dialoge der Filmgeschichte. Besonders bei den besagten Liebesszenen. Da wird einem direkt übel.
Im letzten Drittel gewinnt der Film immerhin etwas an Drive und wenn auch hier alle PCs Hollywoods in Anspruch genommen worden sind, so gibt es hier die besten und intensivsten Szenen. Auch durchaus mit Gänsehautfaktor.
Kurz gesagt: Vom Überhammerfilm ist dieses Popcorn-Movie weit entfernt. Mit den klassischen "Star Wars"-Filmen ist man weiterhin besser bedient. Einige wirklich gute Sequenzen retten den Film als Ganzes leider nicht. Und vielleicht werden das einige Leute, die den Streifen so genial finden, auch irgendwann erkennen.