Betondschungelbeben durch den Schnörres of the Dead
„The Hitman“ geht zwischen Chuck Norris' früheren Vehikeln oder gar „besten“ Filmen a la „Code of Silence“ oder „Lone Wolf McQuade“ immer etwas unter, auch weil '91 die Zeit solcher humorloser Actionbretter klipp und klar langsam zu Ende ging. Dabei sollte diese urbane Dampfwalze von Film eigentlich in keinem Schatten der Welt stehen, wenn Chuck fast hinterrücks ermordet wird, knapp überlebt und quasi als wortkarger Racheengel Jagd auf die Mafia macht…
Chuck vs. The Mob
Es gibt eine käsige und unnötig seichte Nebenhandlung mit einem gemobbten Nachbarskind, die weder in den restlichen Film passen will noch wirklich gelungen ist, alleinig als Warmup für familienfreundlichere Ausritte a la „Sidekicks“ gesehen werden muss. Doch davon abgesehen ist „The Hitman“ ein düsteres Brett, sowohl comichaft als auch western'ig angehaucht, genauso eiskalter Vorläufer zu sowas wie „John Wick“ oder „The Equalizer“ als auch Epigone von sowas wie „High Plains Drifter“. Archetyp, Actionheld, Undertaker. Chuck ist hier alles in einem. Die Gullideckel qualmen, die Strassenschluchten fressen Licht und Kugeln, den Mafiosi gehen Menschenleben völlig am Nadelstreifenpopo vorbei, die urbanen Vibes und quietschenden Saxophone fließen. Körper werden zu Knallkörpern. Gefühlt spielen 80% des Films bei Nacht, an Docks, in zwielichtigen Gassen. Und all das lädt „The Hitman“ mit einer jenseitigen (VHS-)Aura auf, die ich ziemlich feiere. Manchmal näher an sowas wie „The Crow“ als an vorangegangenen helleren Norris-Dschungelabenteuern. Ich würde „The Hitman“ als spätes Sperrfeuer der 80s-Action ansehen und hochhalten. Durchaus verkannt und unterschätzt.
Fazit: „The Hitman“ könnte Norris' underrated'ster Actioner sein… Ein nachtschwarzes und beinhartes Brett aus Blut, bösen Buben und Brusthaaren. Cheesy und hart. Chuck im Rasenmähermodus.