Absurder und witziger Zombiefilm aus Italien, der aber die Qualitäten von „Braindead“ nicht erreichen kann.
Die Situation des Films lässt sich auch schnell zusammenfassen: Friedhofswächter Franceso Dellamorte (Rupert Everett) und seine Gehilfe Gnaghi (François Hadji-Lazaro) wissen, dass einige Verstorbene die Angewohnheit haben als Zombies wiederzukehren. Diesen wird dann in den Kopf geschossen und man verbuddelt sie erneut, doch bald machen turbulente Ereignisse die Arbeit nicht mehr so einfach…
Zur Geschichte von „Dellamorte Dellamore“ lässt sich nicht viel schreiben, denn hier liegt der Hund begraben: Es gibt an sich gar keine Geschichte. Stattdessen verbindet der Film viel eher einzelne Episoden, die nur wenig Bezugspunkte zueinander haben (z.B. die immergleiche Frau in verschiedenen Rollen) und lediglich die beiden Totengräber bleiben als konstante Elemente erhalten.
So kann der Film zwar recht einfach höchst unterschiedliche Ideen verschmelzen, aber aufgrund des Mangels einer echten Geschichte stellt schon mal Leerlauf oder Langeweile ein, wenn der Film gerade nichts zu Lachen bietet. Vor allem gegen Ende zieht sich die Geschichte und langweilt; die Szene mit der versuchten Flucht aus dem Kaff hätte man sich z.B. sparen können, denn bis auf den kurzen Lacher mit dem Radfahrer nervt sie leider nur. Man kann natürlich viel Philosophie hineininterpretieren, wenn man möchte, aber mir persönlich ist nichts an Tiefgang aufgefallen.
Doch ansonsten gibt es wirklich viel zu lachen bei dem absurden Geschehen, z.B. die köstliche Unfallszene oder wenn Dellamorte gegen Ende richtig abdreht. Dabei ist der Humor sehr schwarz, denn die meisten Witze drehen sich um den Tod und Dellamorte klopft einen zynischen Spruch nach dem anderen, der seine Verachtung für den größten Teil vom Rest der Menschheit ausdrückt. Die „Ich hab die Schnauze voll“-Szene (mehr will ich nicht verraten) ist zudem eine herrliche filmische Rache für alle Enttäuschungen im Liebesleben. Ansonsten gibt es noch etwas Slapstick, z.B. als Gnaghi mit der Schaufel auf Dellamorte losgehen will oder beim Arzt.
Wie es sich für einen Zombiefilm gehört, wird dann auch gesplattert und die Effekte sind ziemlich gelungen, wenn man bedenkt, dass hier keine Geldsummen á la Hollywood zur Verfügung standen. Lediglich die sichtbaren Drähte an denen die Irrlichter hängen, sehen etwas billig aus, aber ansonsten gibt es stylishe Zombiemasken, Kopfschüsse und diverse andere Gore-FX zu sehen, die zum schwarzhumorigen Stil des Films passen. Hinzu kommt die Regieleistung Michele Soavis, der erkannt hat, dass bei sowenig Inhalt der Stil wichtig wird. Dementsprechend interessant sind einige seiner Bildkompositionen (man achte z.B. auf die Treppenszene im Krankenhaus).
Rupert Everett spielt hier wirklich großartig und es scheint, als gebe es kaum eine bessere Besetzung für den coolen und kaltschnäuzigen Protagonisten. Der Rest der Darsteller ist zwar nicht ganz so gut, aber dennoch für einen Low Budget Film doch auf jeden Fall in Ordnung.
Unterm Strich ist „Dellamorte Dellamore“ eine stellenweise urkomische Zombiekomödie, bei der allerdings das Fehlen einer stringenten Handlung (wie z.B. dem Familienplot in „Braindead“) nervt.