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Francesco Dellamorte (Rupert Everett) ist ein junger Friedhofsgärtner, der zusammen mit seinem Assistenten Gnaghi (Francois Hadji Lazaro) für Ruhe und Ordnung auf dem Friedhof sorgt. Die Ruhe hat der Friedhof auch bitter nötig, denn es geschehen dort unheimliche Dinge: Innerhalb von sieben Tagen nach der Beerdigung steigen die Toten aus ihren Gräbern um zu morden. Als Francesco eine von ihm geliebte Frau (Anna Falchi) beerdigt und er diese kurze Zeit später als Zombie erschießen muss, gleitet er in einen fürchterlichen Alptraum hinein, aus dem kein Erwachen zu geben scheint.

Der Italo-Horrorfilm wurde 1993 vor dem Aussterben gerettet. Und der Retter hat einen Namen: Michele Soavi! Dario Argento’s Lieblingsschüler konnte nach einigen durchschnittlichen Arbeiten wie z.B. "The Church", endlich einen richtigen Zombie-Kracher hinlegen. Der Regisseur verbindet in "Dellamorte Dellamore" geschickt modernen mit klassischem Horror, ohne auf Tiefgang und viel absurden Humor verzichten zu müssen. Die Atmosphäre in diesem wirklich brillanten Friedhofsgedicht ist besonders bei Nacht unheimlich düster und bedrückend gehalten, aber auch tags über verliert der Film nichts von seiner starken Einfältigkeit.
Zudem wird die nekrophile Liebesgeschichte den Zombiefan sowie auch Anhänger von Klassikern wie "Das Phantom der Oper" oder "Die Schöne und das Biest" begeistern. Der ganze Soundtrack ist mehr als gelungen und wird perfekt an den richtigen Stellen eingesetzt. Die Gewalt in Dellamorte Dellamore kommt natürlich auch nicht zu kurz, aber diese ist nicht so ekelhaft in Szene gesetzt oder in unendliche Längen (wie z.B. in "Geisterstadt der Zombies") gezogen worden wie in vielen älteren italienischen Zombie-Werken, da man hier eher Wert setzt auf eine intelligente Geschichte, die den Zuschauer, besonders zum Schluss hin, zum Nachdenken bringen soll.

Rupert Everett macht in seiner Rolle als Friedhofsgärtner Francesco Dellamorte eine ausgezeichnete Figur. Es ist einfach ein Genuss im zuzusehen mit welcher Lockerheit und Coolness er einem Zombie nach dem anderen wieder unter die Erde befördert (dabei sind es meistens präzise Schüsse in den Kopf) und dann noch gegen Ende vom Film richtig durchdreht und den Unterschied zwischen Realität und Fantasie nicht mehr unterscheiden kann. Eine wirklich fantastische Leistung die er hier vollbringt. Die restlichen Darsteller mit Francois H. Lazzaro als tollpatschiger Gnaghi oder Anna Falchi als geliebte Frau Francescos zeigen ebenfalls klasse Leistungen.

Fazit: Regisseur Michele Soavi hat mit "Dellamorte Dellamore" den italienischen Horrorfilm wieder belebt und inszenierte einen intelligenten, anspruchsvollen, etwas tiefgängigen und atmosphärisch herausrageden Streifen mit jeder Menge Humor und einem hervorragend aufspielenden Rupert Everett. Ein brillantes Friedhofsgedicht!

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