Review

An etwas, das "Devour - der schwarze Pfad" betitelt wird, geht man normalerweise ja nur mit spitzen Fingern, das riecht halb nach östlicher Philosophie, halb nach afrikanischem Kolonialdrama, fehlen bloß noch die jordanischen Untertitel.
Dahinter versteckt sich allerdings ein halbwegs akzeptabler Schnellschuß für den Horrornachschub, der sich mal für zwei Cents um andere Themen sorgt, als um die gewöhnlich erwartbaren. Wenn auch, um ein paar zuviel.

Alles fängt schön mysteriös an, Strubbel Jenson Ackles, der kurz danach den übernatürlichen Rum mittels der Serie "Supernatural" einfahren sollte, wird in seiner ländlichen Gegend von üblen Flashbacks und Halluzinationen gepflagt, während er auf der Pirsch Pumas ausnimmt. Die Chose nimmt konkretere Umrisse an, als er in die Schule zurückkehrt, wo seine besten Buddies ein nah am Abgrund tänzelnder Psycho und eine läufige Blondine sind, was weder dem christlichen Papi noch der im Pflegeheim residierenden Rolli-Mami wirklich dolle gefällt. Der beste Kumpel (oder auch wahlweise der schlimmste Feind) meldet unseren Helden dann beim titelgebenden "schwarzen Pfad", einem Online-Game an, von dem man irre crazy Aufgaben gestellt bekommt, was aber dann im Film gar nicht groß stattfindet, weil sich dann die Drehbuchschreiber von Finchers "The Game" beschwert hätten. Derweil kämpft Held Jake dann gegen seine angeborene Mordlust (aha!) und lernt eine nette Brünette (oho!) kennen, die ihm fleißig zuhört, während seine "Freunde" nacheinander ex gehen.
Und hier kömmt jetzt der Punkt, an dem der Film plötzlich in eine ganz andere Richtung kippt, als der übliche College/High-School-Kram und einen Abstecher in den weitläufigen Bereich des Satanismus nimmt.

Was der Film sonst noch zu bieten hat, soll hier mal nicht verraten werden, auch wenn nach gut zwei Dritteln der Braten ganz gehörig zu müffeln beginnt und das Skript dann nicht mehr viel auf der Pfanne hat, als genau das Erwartbare zu liefern, aber man kann als Autor eben darauf spekulieren, daß Horrorfans sich ihr Vergnügen nicht mit allzuviel Mitdenken kaputt machen lassen wollen.
"Devour" hat ein paar ordentliche Tricks, solide Masken, wirft einige rote Heringe ins Hafenbecken und ist tolerabel gespielt, schnuppert aber eben sehr stark nach einer Melange aus DTV und TV-Movie, liefert dann aber immerhin einige griffige Bilder von verstümmelten Leichen, damit auch alle wach bleiben. Es wird so viel in den Film geproppt, daß er nicht langweilig wird, allerdings kann er all seinen Elementen auch nicht eben gerecht werden, was auch am etwas einfallslosen Ende abzusehen ist.
Dennoch garantiert der Film immerhin schmerzfreies Sehen und nicht totale Vorhersagbarkeit, dafür dreht er sich einfach zu oft um die eigene Achse. Perfekt für Nächte, in denen es einem vor gar nichts mehr graut. Shannyn Sossamon und Dominique Swain hatten allerdings schon lohnenswertere Rollen. (5/10)

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