Was einem so alles widerfahren kann, wenn man binnen weniger Minuten ein Kondom beschaffen will, zeigt „No Night Stand“ auf eine recht unterhaltsame Art und erinnert mit seiner temporeichen Erzählweise ein wenig an „Ferris macht blau“.
Schüler Brad ist unsterblich in Brooke verliebt und tatsächlich kommen sich die beiden bei einer Nachhilfestunde näher. Doch bevor es zur Sache kommt, muß ein Kondom her. Also fährt Brad mit dem 72ger Jaguar seines Vaters schnell zum Supermarkt, doch der Wagen wird gestohlen und Brad schliddert von einer Katastrophe in die nächste…
In den ersten Minuten lässt sich bereits der Ablauf der Geschichte erahnen: Brad ist fixiert auf Traumfrau Brooke, doch erkennt nicht, dass seine beste Freundin Leah in ihn verknallt ist. Am Ende finden sie selbstverständlich zueinander - ein versöhnliches Ende mit moralischer Botschaft (schneller Sex ziemt sich nicht und warum zu den Sternen greifen, wenn das Gute liegt so nah…).
Glücklicherweise ist dies aber nur die Rahmenhandlung, denn im Mittelpunkt steht Tollpatsch Brad und eine turbulente Nacht auf der Jagd nach dem Kondom und der Flucht vor diversen krummen Gestalten. Nicht umsonst trägt Brad den Nachnamen Kimble…
So begegnet er einem Obdachlosen, einem Kamikaze-Busfahrer, einer Gang von Kleinkriminellen und ein paar verrückten Mexikanern. Eine sehr kurzweilig gestaltete Kettenreaktion, bei der es Knall auf Fall zugeht.
Die Gags sind zwar allesamt eher harmlos und der mit der Kassiererin und den Preisen für Kondome ist auch uralt, aber amüsant ist das Treiben dennoch.
Die letzten Minuten fallen dann wieder etwas ruhiger aus, schließlich muß Brad noch schnell erkennen, wer die wahre Traumfrau ist, was in diesem Zusammenhang auch wie ein drehbuchtechnischer Schnellschuss wirkt.
Die Darsteller agieren durch die Bank solide und „Colt Seavers“ Lee Majors hat einen gelungenen Gastauftritt als cooler Cop. Jennifer Love Hewitt hat leider etwas wenig Screentime, aber wenn sie im Bild erscheint, überzeugen einmal mehr mindestens zwei Argumente plus zuckersüßem Lächeln.
Der optimale Film für Zwischendurch: Kurzweiliger, temporeicher Stoff, der zu keiner Zeit das Gehirn des Zuschauers belastet.
6 von 10 Punkten