Review

„Alien“, „Predator“ und „Robocop“, sind wir doch mal ehrlich, haben uns nicht nur die 80er verschönt, sie haben auch ordentlich Hühnerdreck an den Hacken gehabt, denn für jeden brillianten Sci-Fi-Actioner kamen 50 absolute Schrottepigonen auf den Markt gereiert.

Einer davon ist mit formschöner Sicherheit der ebenso hohle wie öde „Mutator“, der hier in Deutschland immer noch als „Metamorphosis 2“ um die Lampe kreist.
Die Deutschen verkauften ihn als eine Art Fortsetzung zu „Metamorphosis – The Alien Factor“ von 1990, einem deutlich schmodderigeren Vertreter der Genetikmonsterfraktion, unterschlugen aber die Info, das „Teil 2“ im Grund älter als Teil 1 ist, denn „Mutator“ wurde schon 1989 produziert, hierzulande dann aber wohlweißlich irgendwo unter dem Bett versteckt.

Worum es denn geht? Ach so ja…
Also in der Zukunft gibt es da diese fiesen Konzerne. So wie bei Robocop. Und die haben ganz viele Labore und geheime Anlagen. Weil die da immer rumexperimentieren müssen. Gut, die Labore und Anlagen sehen hier enorm stark wie eine verwaiste Fabrik und ein paar Produktionshallen einer Schuhfabrik aus, aber was solls.
Naja, irgendwas hat man auf jeden Fall mit Versuchstieren angestellt, die sind gestorben und/oder mutiert und jetzt soll ein böses Monstrum oder so umgehen.
Das versnackt dann auch den einen oder anderen Wachmann, weswegen die Firmenoberen auf die Idee kommen, den bereits geschassten Wissenschaftsfutzi David Allen als Notfallwachmann einzustellen und das Monstrum ggf. schnell zu entsorgen.

Tja, und so treffen sie sich dann alle an einem Mittwochabend in der Fabrik: David, ein Sack voll mehr oder minderbemittelter Wachleute, ein Konzernkarl ohne Feierabend, eine arrogante Konzern-Uschi und drei junge Leute, die wir heute ohne weiteres in die „letzte Generation“ einordnen würden, denn sie sind arg umweltbewusst und wollen nach dem Demonstrieren die Firma mal von innen so richtig journalistisch aufmischen. Ach ja, eins der Mägdelein ist die Tochter vom Konzern-Karl.

Danach passiert in den mittleren 75 von 90 Minuten so gut wie nix mehr. David spricht mit Wachleuten und alle wandern betulich durchs Gebäude, durch Hallen, Fahrstuhlschächte und eine latent utopische Innenarchitektur, die wohl den Bruch als Drehort qualifizierte. Man tauscht sich aus, aber dabei kommt nichts rum. Man läuft und wird verfolgt, aber dabei kommt auch nichts rum.
Ach ja, dann ist da noch der Mutant, der hin und wieder mal zulangt, irgendwas abbeißt oder abreißt, den wir aber nicht zu sehen bekommen. Aus gutem Grund.

Tja, und dann löst irgendjemand den Lockdown bis Sonnenaufgang aus und alle sitzen fest. Einem fällt ein Schrank auf den Fuß, andere laufen in den falschen Gang und hin und wieder filetiert das Monster eine Tür.

Glaubt mir, die Prämisse (aus Predator oder Alien oder was weiß ich…) des Verfolgungslaufs ist ja bekannt und beliebt, aber selten wurde sie so schnarchnasig inszeniert wie hier. Am Ende gibt es eine mindergroße Explosion und ein paar Überlebende krabbeln aus der Kanalisation, aber irgendwas hat überlebt…(na, logo!)!

Ich bin zweimal fast eingepennt, aber drei Dinge sollte ich noch erwähnen. Die Konzern-Uschi erweist sich doch als ganz patent. Mit der David-Allen-Beinahe-Haupt-Rolle wurde ein Blade-Runner-Veteran wie Brion James sowohl geehrt wie gegeißelt, denn weder ist er hier der rechte Hero noch irgendwie ein Strahlemann. Eher scheint er sich zu fragen, was er da wohl macht.
Und dann ist da noch der „Mutant“, den man aus Gründen so gut wie nie sieht, denn irgendwann kommt raus, dass es sich um ein simples, großgewachsenes Versuchstier handelt, also um – so wird es behauptet – eine riesenhafte Hauskatze. Irgendwann im Showdown kann man dann das Vieh auch mal ausschnittweise (Kopf oder Füße) kurz sehen und das sieht so dermaßen scheiße aus (irgendein Stunt-Futzi mit einem nachgemachten Katzenkopf auf den Schultern), dass es davon noch nicht mal großartig Bilder gibt.

Wer sich dieses in typisches 80er-Jahre Blaufilter gehüllte Meisterwerk aus der Industrieruinen-Kiste mal antun möchte, möge dies bitte kostenfrei im Netz tun, Geld ausgeben sollte man besser für so sinnvolle Dinge wie das Häkeln von Körnerkissen in Obstform. (2/10)

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