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Der 16jährige Boss einer Jugendbande, Rick, verdient mit seinen illegalen Geschäften sein Geld, hat aber mit Paco, ebenfalls ein Boss einer Jugendbande, einen harten Gegner. Bei einer Auseinandersetzung landen die beiden im Gefängnis. Im Gefängnis wird Rick schnell zu einer Art Anführer, doch Paco, der fei kommt, vergewaltigt seine Freundin, als Rache für den Tod seines Bruders.
Die Story ist mittelmäßig. 1983 als der Film erschien wirkte sie sicherlich härter und besser als heute, denn spätestens seit "Die Verurteilten" ist dieser Film in den Schatten gestellt. Die Charaktere sind leider zu klischeehaft. Man geht kaum auf die Hintergründe der beiden jugendlichen Gangster ein und bedient sich einiger Klischees. Das Thema Jugendkriminalität wird nicht mit genügend Tiefe behandelt.
Der Film läuft gut an und schnell landen die beiden Rivalen im Gafängnis und der Zuschauer erhofft sich einen ordentlichen Film. Doch der Mittelteil ist eher mäßig. Das Duell der beiden Banden-Führer hätte wesentlich spannender und mit mehr Tiefgang inszeniert werden müssen. Da beide Charaktere kaum sympatische Seiten an sich haben, ist dem Zuschauer der Ausgang des Duells sowieso relativ gleichgültig. Es gibt durchaus ein paar spannende Szenen, aber manche Szenen scheinen sich zu wiederholen. Es gibt die eine oder andere geschickte Wendung, aber wirklich überraschend ist keine von ihnen. Das Ende ist ordentlich gelungen und das Thema Schuld und Vergebung wird kurz angeschnitten. Erst jetzt wird klar, dass Rick eigentlich kein kaltblütiger Verbrecher ist. Schade, dass man aus dem Mittelteil nicht mehr herausgeholt hat.
Die Filmmusik fällt kaum auf und kann die bedrohliche, klaustrophobische Atmosphäre des Gefängnisses nicht weiter betonen.Die düstere, enge und kalte Kulisse des Jugendgefängnisses ist gut gewählt und nicht beschönigt worden. Bild und Ton sind leider sehr schwach, sodass man dem Film vor allem hier sein Alter anmerkt.
Der Film enthält einige brutale Szenen. Doch die Gewalt wird als negativ dargestellt und betont den harten Gefängnisalltag. Immerhin hier ist der Film konsequent.
Sean Penn liefert eine gute Leistung ab und zeigt, wie er ans Image des "Kinorüpels" gekommen ist. Schon hier lässt sich erahnen, welch große Karriere dem Oscar-Preisträger bevorstand.
Zusammenfassend ist "Bad Boys" ein mittelmäßiges Gefängnisdrama, dass durch seinen schwachen Mittelteil und die Klischeehaftigkeit bei der Charakterkonstruktion einige Chancen verspielt, aber durch die bedrohliche Atmosphäre und den starken Sean Penn an Boden gut macht.

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