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An der traumhaften Geburt des Buddyfilms stand nicht nur ein renommierter Arzt am Operationstisch: in „Nur 48 Stunden“ versammelte sich ein ganzes Team an Erfolgsgaranten der 80er Jahre, die sowohl zuvor als auch danach noch Haufenweise Erfolge einheimsen konnten: Regie führte Walter Hill, der wenig später noch mehrmals sehr erfolgreich auf das Kumpel-Konzept zurückkam („Red Heat“, „und wieder 48 Stunden“). Die Filmmusik schrieb James Horner, der heute zu den besten Komponisten Hollywoods zu zählen ist. Irgendwo im Vorspann taucht zum Thema Drehbuch dann noch Steven E. De Souza auf, und produziert wurde das Ganze von Joel Silver. Schon mal ein ganzes Ensemble an Top-Leuten von damals, und so konnte der Film natürlich unmöglich schief gehen. Dann die Hauptrollen: Nick Nolte spielt einen kauzig-gammeligen Polizisten, der einen brutalen Verbrecher aufspüren will, der aus dem Knast entkommen konnte und sich jetzt eine damals erbeutete Summe zurückholen will. Dieser wird gespielt von James Remar, der nun wirklich zu den unangefochtenen Filmbösewichtern schlechthin gehört. War er in „The Warriors“ schon der ungehobeltste Mitstreiter der Gang, so wollte man ihn im „Cotton Club“ schon nach seiner ersten Filmminute tot sehen. Bleibt noch Action-Prügelknabe David Patrick Kelly zu erwähnen, der auch in diesem Streifen hier mal wieder mächtig was aufs Hirn bekommt (bevor er sich 1993 in „The Crow“ zum düsteren Rockergangster entwickelte...!). Bis in die Nebenrollen sind hier exquisite Gesichter der Achtziger am Drücker, und Eddie Murphy als klassisches Plappermaul Reggie Hammond ist das schwarze Sahnehäubchen auf der Torte! Was kann da noch schief gehen?
Das dynamische Duo Murphy/Nolte geht schon zu Beginn eine leicht entzündliche Verbindung ein, und ständig fliegen heftigste Sprüche und Zoten, die voll in die Eier statt auf den Lachmuskel treffen, bis es auch irgendwann zwischen den beiden kräftig Prügel setzt. Kurzum: hier stehen Humor und Action der derberen Kajüte an, und zumindest von ersterem gibt es reichlich. Nicht so verhält es sich mit der Action; die Shootouts sind sparsam gesät, doch wenn es mal kracht, dann richtig, eben für Walter Hill üblich relativ blutig und gnadenlos. Ansonsten braucht man zu diesem Werk aus heutiger Sicht nicht viel zu verlieren. Die Entstehungszeit merkt man an allen Ecken und Enden des Films, die Stars sind in Topform und das Gesamtergebnis beschert dem Zuschauer absolute Kurzweil und perfekte allabendliche Unterhaltung.

Wie, es gibt noch Leute, die das Ding noch nicht gesehen haben? Na aber...

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