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Walter Hill ebnete nicht nur Eddie Murphy mit seinem Film "Nur 48 Stunden" den Weg in eine großartige und sehr erfolgreiche Karriere, er erfand sozusagen auch das Genre des modernen Buddymovies.

Der Schwerverbrecher Albert Ganz (James Remar) kann mit Hilfe eines indianischen Komplizen aus dem Gefängnis von San Francisco entkommen und erschießt auf seiner Flucht zwei Polizisten. Jetzt kommt der heruntergekommene alkoholabhängige Cop Jack Cates (Nick Nolte) ins Spiel. Er heftet sich an die Fersen des Ganoven - wobei ihm für die Verhaftung jedes Mittel recht ist. Um Hilfe und Unterstützung zu erlangen, lässt er Ganz' ehemaligen Komplizen Reggie Hammond (Eddie Murphy) aus dem Knast holen. Gemeinsam machen sie Jagd auf den Ganoven. Allerdings bleiben Cates nur 48 Stunden...

Der Plot lässt auf eine Action-Achterbahnfahrt a la Lethal Weapon hoffen. Leider wird jeder, der diese Erwartungshaltung einnimmt, maßlos enttäusch sein, denn es handelt sich hier nicht um eine reinrassige Actionkomödie, sondern vielmehr um eine Art Thrillerkomödie, die ab und an ein paar kurze Schusswechsel bietet. Primär steht die Entwicklung der künftigen Partnerschaft der beiden Hauptakteure Eddie Murphy und Nick Nolte im Vordergrund. Aber auch der teils raue und rabenschwarze Humor kommt nicht zu kurz, denn Eddie Murphy ist ja bekannt für seine unendliche Quasselei, die er schon hier, zu Beginn seiner Karriere, an den Tag legte - und das macht diesen Film so unterhaltsam. Diese beiden Typen, die von Grund auf verschiedener nicht sein könnten, maulen und streiten sich wie ein altes Ehepaar - wundervoll!

Nichtsdestotrotz gibt es einen kleinen, aber sehr faden Beigeschmack: Actiontechnisch gibt es hier nämlich nicht viel zu bestaunen, ausgenommen ein paar kurze, aber sehr nett inszenierte Schusswechsel und auch den ein oder anderen Schlagabtausch. Es scheint so, als hätte sich Walter Hill fast komplett auf die Zusammenarbeit, die Entwicklung und die Reibereien zwischen den beiden durchgeknallten Typen konzentriert. Nur aufgrund dessen konnte er den Grundstein für jede Menge Buddymovies, die sich selbstverständlich ein Beispiel an "Nur 48 Stunden" nahmen (und nehmen) und bis heute fast regelmäßig diesen Film als Grundgerüst für eine gelungene Actionkomödie verwenden.

"Nur 48 Stunden" ist ein Buddymovie, das unheimlich viel Spaß macht. Und diese Tatsache ist letztendlich Nick Nolte und Eddie Murphy, einem ungleichen, durchgeknallten Duo, zu verdanken. Der 80er Charme, den Walter Hill wunderbar untergebracht hat, bleibt bis heute bestehen.

7/10

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