Ach, was waren die Zeiten in den 70ern einfach: Joe Dante dreht nen Piranha-Film und sofort steht irgendein Italiener bei Fuß und vermarktet das mit. Und ein findiger Verleiher macht daraus natürlich selbstmurmelnd den zweiten Teil des blutigen Fischdramas.
Nur daß der italienische Kult-Vielfilme Antonio Margheriti mit seinem „Killerfish“ ein so plattes Plagiat wohl nicht im Sinn hatte, sondern eher einen spannenden kleinen Abenteuerreißer mit einigen US-TV-Mimen, die gerade zwischen zwei TV-Serien Zeit hatten, runterdrehen wollte.
Und das ist diese Produktion, an der Lee Majors auch noch noch mitwerkelte, dann auch geworden, ein relativ handzahmer VHS-Krimi, in dem man erstmal mit staunenden Augen begutachten kann, wie sich bei einem großangelegten Überfall auf eine Smaragdmine mitten im südamerikanischen Sonstwo die Modellbaueffekte seit den seligen Godzillazeiten so gar nicht verbessert haben. Da rumst und kracht und brennt es – und alle Leitungen und Kühe fallen um.
Nun waren die Italiener eh nicht für ihre Sorgfalt bekannt, aber sowohl in den Anfangsszenen, wie auch in den geradezu haarsträubenden Sturmsequenzen (der reingemalte Tornado ist ein Kracher!) samt Dammbruch braucht man schon reichlich fröhliche Kindlichkeit, um das wohlwollend zu goutieren.
Derweil spielen die bösen Killerfische keine dolle Rolle, bis Colt Seavers (der er ja damals noch gar nicht war) die Steinchen erst mal für den sinistren James Franciscus im See versenkt hat, wo die Flossenjungs resideren.
Die hat Franciscus (den wir hauptsächlich aus dem 2.Teil der „Planet-der-Affen“-Reihe kennen) dort zur Absicherung ausgesetzt, worauf sie tunlichst gefischelt und sich vermehrt haben.
Natürlich wollen die Mitklauer bald an die Steine, doch oh Wunder, die kleinen Beißer sind inzwischen so gegen ihre Natur gewandelt, daß sie sofort jeden Badenden angreifen, egal ob die nun bluten oder nicht.
Aufgrund der üblichen Verwicklungen werden die Herren Räuber also dezimiert, bis nur noch Karen Black, Lee Majors und der böse Franciscus übrig sind, die leckgeschlagen mit einigen Models und Fotografen auf besagtem See dümpeln. Man ahnt, was kommt...
Kennzeichen dieser Produktion ist nicht gerade sein tolles Drehbuch, stattdessen werden die Stars lieber großzügig ausgeleuchtet, haben aber wenig Interessantes zu sagen, am allerwenigsten Majors, der schon immer mit einem Gesichtsausdruck auskam.
In der zweiten Hälfte knuspern dann die Fischlein alle Zweifel weg, die Tricks sind aber eher mäßig einkopiert und basieren meist auf Gegenschnitten (schmerzverzerrtes Gesicht/ Fische nagen an einem Kleidungsstück) und viel roter Farbe im klaren Wasser. Spannend oder gruselig wird’s eigentlich nie.
Besonders ist außer den schlechten Tricks eigentlich nur noch die Besetzung, durch die auch noch die herzlich untalentierte Margaux Hemingway (als Model) taumelt und Roy Brocksmith als bisexueller (!) Fotograf. Karen Black rollt wie immer flott mit den Augen und das macht dann fast schon wieder alles gut, die Frau läßt mit einem Blick das Dach abheben.
Wem es also vor gar nichts graut und auf knorke Abenteuerfilmchen mit schruppendem Rocksound in allen Szenen steht, darf sein B-Movie-Herz gern öffnen. Besser als Dantes mäßiges Filmchen ist er schon als Kuriosität, alles in allem wird die Chose aber zu ernst heimgeritten, deswegen 4/10.