Ihr wollt einen gemütlichen Videoabend, bei dem es viel zu lachen gibt? Dann empfehle ich folgenden Doppelpack: "Der Exorzist 2" und "Der Schut". Ersteren hat Moonshade schon gebührend beschrieben (siehe dort). Der Schut hingegen besticht weniger durch billige Special Effects, sondern durch grandios schlechte Schauspieler, allen voran Lex Barker, der sich selbst neben seinem toten Hengst Rih sein blödes Grinsen nicht verkneifen kann. Tatkräftig unterstützt wird er von Ralf Wolter, Dieter Borsche und Chris Howland (dessen Figur bei May nicht vorkommt). Ganz dem Zeitgeschmack entsprechend gab es mehr Figuren, die den Film "humorvoll anhauchen" sollten, als wirkliche Charaktere. Rik Battaglia als Schut ist ein weiterer Sonderfall. Schon bei seinem ersten Auftritt ist klar, daß er der "Titelheld" ist (ganz der alten Karl-May-Film-Regel entsprechend hat er einen entzückenden schwarzen Vollbart), und seine hinterhältige Mimik vervollkommnet das Bild. Garniert ist das ganze mit wundervoll schlechten Texten ("Die Zivilisation ist nun einmal kein Lustgarten.") sowie saudämlichen Regiefehlern (nach kilometerlanger Schleiftur an der Kutsche des Schuts ist Lex Barkers Jacke immer noch vollkommen intakt).
Robert Siodmak hätte sich nach seinem letzten Meisterwerk "Nachts, wenn der Teufel kam" zur Ruhe setzen sollen, doch stattdessen drehte er lieber nochmal 3 Karl-May Filme (Der Schut, Der Schatz der Azteken, Die Pyramide des Sonnengottes), die es mit den schlechtesten Erzeugnissen aus Horst Wendlandts Edgar-Wallace-Schmiede aufnehmen können. Doch andererseits versteht man den Mann: eine bessere Altersvorsorge konnte es für einen Filmregisseur damals nicht geben.
Fazit: Wer Spaß an wirklich miesen Filmen hat, sollte sich dieses Machwerk nicht entgehen lassen! Deshalb 7 von 10 (wobei 3 für Spaß stehen).