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Nach knapp 15 Jahren Leinwandabstinenz kehrt Jane Fonda zurück ins Kino. An ihrer Seite agiert Jennifer Lopez, deren Karriere im Moment, filmisch wie musikalisch, eher schleppend verläuft. Mit guten Kritiken auch erfolgreich am US-Boxoffice gestartet, erweist sich „Das Schwiegermonster“ als flockige Sommerkomödie, die vor allem von der grandiosen Darsteller-Chemie getragen wird. Da darf man auch über den Druck auf die Kitschdrüse sowie den Griff in die Klischeekiste hinwegsehen.

Nach zwei Film- und einem Alben-Flop stand Frau Lopez mächtig unter Zugzwang, was den Verlauf ihrer weiteren Karriere betrifft. Hier überzeugt sie nicht nur in sexy Outfits, auch darstellerisch gefällt Lopez, sie versprüht Spielfreude und man sieht ihr den Spaß an der Rolle an (nach drei Ehen kein Wunder). Trotzdem wird sie von Jane Fonda, die einfach grandios agiert, locker an die Wand gespielt. Fonda trägt den Film und geht in ihrer Rolle voll auf. Da fällt dem geneigten Zuschauer kaum auf, dass die Story nichts weiter als GZSZ in Spielfilmlänge ist. Denn die Liebesstory ist zwar romantisch, aber doch arg kitschig und klischeehaft geraten. Aber da dies einfach zu einer Liebeskomödie dazugehört, drück ich gerne mal ein Auge zu. Dafür amüsieren die Dialoge und das Zusammenspiel, wie ich es selten erlebt habe. Fonda und Lopez liefern sich einen Zickenkrieg par exellence, wie er besser nicht sein könnte. Die Trefferquote der Gags geht gegen die 100, die Komödie kann sich daher mit Genregrößen wie „Meine Braut, ihre Schwiegereltern und ich“ oder „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen“ problemlos messen. Bei diesem gagreichen Zicken- bzw. Generationen-Duell können sogar Männer lachen ...

Die Inszenierung geht soweit auch in Ordnung, Bilderbuch-Optik und der poplastige Soundtrack sind erwartend kitschig, ebenso wie die Story, worüber die grandiose Jane Fonda jedoch hinweg blicken lässt. Ich glaube, so eine Schwiegermutter wünscht sich auch kein Mann.

Fazit:
Die romantische Liebeskomödie könnte die Komödie des Sommers werden. Die Chemie der Darsteller ist brillant, vor allem Jane Fonda amüsiert in ihrer Rolle köstlich. Das Drehbuch ist nicht wirklich innovativ, die Klischees und der Kitsch passen jedoch einfach. Alles in allem eine gelungene, gut gelaunte Komödie mit witzigen Gags und romantischen Momenten, die beiden Darstellern einen Karriereschub geben dürfte und den Zuschauer prächtig amüsiert.

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