„Schwiegermonster“ erinnert mich an ein Horrorszenario mit einer Person, welche mir bislang glücklicherweise vorenthalten blieb: Die böse Schwiegermutter.
Jane Fonda und Jennifer Lopez liefern einen gekonnt gespielten Schlagabtausch in der ansonsten innovationslosen und müden Komödie ab, die kein Klischee auslässt und gegen Ende unerträglich kitschig wird.
Die hübsche Charlie begegnet ihrem Traumprinzen, dem Chirurgen Kevin Fields. Die beiden gehen eine Beziehung ein, doch Kevins Mutter Viola hat etwas dagegen. Die hat nämlich soeben ihren Job als Talkshow-Moderatorin verloren hat und einige Zeit in der Klapsmühle verbracht. Nun will sie ihren Sohn für sich allein haben und die bevorstehende Hochzeit mit allen Mitteln verhindern…
Und es wird wirklich kein Klischee ausgelassen: Gleich zu Beginn der Traummann, der am Strand (natürlich in Zeitlupe) an der irritierten Jennifer Lopez vorbeijoggt, über den Schwulen und seiner besten Freundin, bishin zur farbigen Assistentin der Schwiegermutter, die ihre Chefin zwar verachtet, aber mit kessen Sprüchen auf der Lippe das alberne Treiben genügsam verfolgt.
Harmlose Witzchen über Krabbenschwänzchen und dem Austausch von Spitzfindigkeiten über Kleidung können allenfalls ein träges Lächeln bewirken, wirklich freche Gags bleiben aber vollkommen aus.
Nur die leicht selbstironische Szene, in der J-Lo ein viel zu enges Kleid anzieht und bemerkt „Ich hab` zwei Ärsche“, bewirkt ein etwas längeres Lächeln, - vor allem weil La Lopez in dieser Szene ein einziges Mal das zeigt, wofür sie bekannt ist. (Für Capper: Minuten 38 + 39).
Einzig den beiden Hauptdarstellerinnen ist es zu verdanken, dass diese 08/15-Klamotte nicht ins Bodenlose abrutscht, denn Fonda und Lopez agieren herrlich überspitzt und können für ein paar Momente sogar die ideenlose Story vergessen machen.
Die Herren hingegen bewegen sich komplett unmotiviert und austauschbar, wodurch auch deutlich wird, dass hier ein typischer Frauenfilm vorliegt.
Nicht wirklich schlecht, denn durch hohes Tempo und der Hoffnung, von J-Lo noch etwas Nettes zu sehen, ist’s recht unterhaltsam, aber zu keiner Zeit hat man das Gefühl eine spritzige und freche Komödie zu sehen. Bieder und vorhersehbar, nicht mehr.
Konsumieren, ein paar mal Schmunzeln und wieder vergessen.
4 von 10 Punkten