Review

Die quirlige Charlie lernt nach Jahren vergeblicher Partnersuche den smarten Kevin, einen echten Traummann, kennen. Der Himmel hinge jetzt eigentlich voller Geigen, wäre da nicht Kevins Mutter Viola. Die hat soeben ihren Job als Nachrichtensprecherin verloren und kann sich nun weder mit ihrem fortgeschrittenen Alter noch einer jungen, schönen Frau an der Seite des Sohnemanns abfinden. Also herrscht Zickenkrieg unter Einsatz härtester Bandagen - und Kevin droht darob als Göttergatte auf der Strecke zu bleiben.
Der Versuch von das Schwiegermonster eine Gratwanderung zwischen Seifenopernkitsch und pointierten Dialogen zu vollbringen ist leider nur teilweise geglückt. Speziell die ersten 20 und die letzten 10 Minuten sind so zuckrig klebrig, das nur der Zahnarzt lacht. Mag für Frauen geeignet sein, die sich dann gerne wohlig in die Kuscheldecke wickeln (jaja, Vorurteile müssen gepflegt werdene), aber dieses soapige Gesülze und Gebalze im besten Verbotene Liebe Stil war wirklich grausam zu ertragen für jeden der wenigstens schonmal einen Trailer von Rambo gesehen hat.
Der Film wird einzig dann interessant, wenn die beiden Protagonistinnen aufeinander treffen. Das eskalierende Zickentum ist dann wieder oft gar nicht mal unkomisch geraten, ohne jetzt aber alle Minute den Zuschauer vor lachen aus dem Sessel zu fegen. Die beiden bieten das volle Rosenkrieg Programm, Schwiegermama führt wirklich alles ins Feld, um ihr liebes Arzt Bubele aus den Fängen der von ihr liebevoll Schlampe Charlie zu treiben. Charlie hingegen ist zunächst völlig naiv und läßt sich billig an der Nase herumführen, aber sobald sie das Spiel durchschaut, spielt sie dieses mindestens ebenso durchtrieben und dreht den Spieß um.
Eigentlich haben wir dabei ein Zwei Personen Stück vor uns. Der Ehemann bzw. Sohn ist dabei ein dermaßen farbloser Türpfosten, der kaum eine Rolle spielt. Die Geschichte lebt hauptsächlich von der verbitterten Jane Fonda, die ihre Rolle wirklich toll ausfüllt. Die Lopez ist auch akzeptabel, hat aber thespisch gesehen keine Chance.  Am Ende bleibt trotzdem eine seichte und meist belanglose Beziehungskomödie, aber mit einigen gute Dialogperlen versehen. Nix wirklich dolles.
5/10

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