Review

Mit "Der Frosch mit der Maske" unter der Regie von Harald Reinl wurde 1959 die Geburtsstunde einer der erfolgreichsten deutschen Kinoserien eingeläutet. Niemand hätte damals bei Aufführung dieser deutsch-dänischen Co-Produktion gedacht, dass diesem Krimi 37 weitere Filme dieser oder ähnlicher Art noch folgen sollten und sich die Mischung aus Spannung, Grusel und Humor ganze 13 Jahre beim Kinopublikum so erfolgreich durchsetzen sollte.


Bereits mit dem Erstling wurde das Konzept für alle noch folgenden Adaptionen - (sehr) frei nach Romanvorlagen des britischen Schriftstellers Edgar Wallace - festgelegt, das im weiteren Verlauf zwar immer wieder um neue Ideen erweitert und verfeinert wurde, das bewährte Grundgerüst aber weitestgehend beibehalten wurde. 
Darsteller der ersten Stunde wie Joachim Fuchsberger oder Eddi Arent avancierten zu Publikumslieblingen und gehörten von nun an zum Stammpersonal, während Siegfried Lowitz, Carl Lange, Ulrich Beiger oder Dieter Eppler in unregelmäßigen Abständen immer wieder mal bei Wallace mitwirkten. 
Filmemacher Harald Reinl wurde nach Alfred Vohrer zu einer der am meisten verpflichteten Regisseure der legendären Reihe mit Filmen wie "Der Fälscher von London", "Zimmer 13" oder "Der unheimliche Mönch".

"Der Frosch mit der Maske" ist dabei ein klassischer "Whodunit?"-Krimi, der sich zu den Anfängen der Serie mehr auf geniale und skrupellose Schwerverbrecher konzentrierte als auf die später immer wiederkehrende Thematik um raffgierige Erbschleicher.
So steht im Erstling auch weniger die unheimliche Atmosphäre von Werken der Ära ab Mitte der 60er Jahre im Vordergrund als vielmehr dramatische Verwicklungen und Entwicklungen, die sich rund um die finsteren Machenschaften des berüchtigten "Frosch mit der Maske" ranken.
Nicht dass es beim "Frosch" weniger atmosphärisch zugehen würde - ganz im Gegenteil: Frivolitäten und Brutalitäten standen schon immer im Fokus der Wallace-Adaptionen und auch der Erstling geizt nicht mit Blut und Busen - allerdings wirkt  hier alles angesichts der düsteren Krimihandlung viel realistischer.

Trotz einer Menge verdächtiger und undurchsichtiger Charaktere - alle prädestiniert "Der Frosch mit der Maske" zu sein - bleibt das erste Werk der "Wallace"-Reihe überraschend ernst und bodenständig. "Der Frosch" ist noch weit entfernt von den Phantastereien aus "Die Gruft mit den sieben Schlössern" oder "Das Geheimnis der weißen Nonne". 
Die Story von Trgygve Larsen und Joachim J. Bartsch wirkt zwar teilweise überkonstruiert und schlägt hier und da einige Haken, das Handlungsgerüst aber bleibt weitestgehend geradlinig und überschaubar. 
Der Klamauk, der sich nach und nach in den noch folgenden Wallace-Krimis vor allem durch Eddi Arent, Siegfried Schürenberg oder Hubert von Meyerinck breit machte, sucht der Zuschauer hier vergeblich. Selbst Arent, in seiner Paraderolle als Butler von Anfang an dabei, zeigt sich eher von seiner ruhigen Seite. Den meisten Wortwitz versprüht hier Siegfried Lowitz, der als Inspector Elk die Riege verdienter Yard-Ermittler anführt.
Ihm zur Seite steht Joachim Fuchsberger als Hobby-Detektiv, der ein ganz privates Interesse daran hat, den "Frosch" zur Strecke zu bringen.

Harald Reinls Inszenierung ist hier noch wenig ausgereift, hier und da schleichen sich gerne Regie- und Anschlußfehler ein. Teilweise wirken manche Szenen wie aus dem Zusammenhang gerissen und willkürlich in die Handlung eingefügt, auch sind die zeitlichen Abstände innerhalb der Story nicht immer schlüssig.
Auch wenn das komplexe Handlungsgerüst alle Handlungsstränge bis zum Finale gekonnt miteinander verknüpft, so sind vor allem die unzähligen Storylines das größte Manko des Films: Reinl versucht alles unter einen Hut zu bringen, schafft es aber nicht, jeden einzelnen Handlungsstrang innerhalb der Spielzeit angemessen in Szene zu setzen. Darunter leidet vor allem die Dramaturgie und vereinzelt schleichen sich Längen in das Geschehen ein.

Ansonsten handelt es sich bei "Der Frosch mit der Maske" um ein durchaus unterhaltsames Stück deutscher Filmkunst, filmhistorisch gesehen von hohem Stellenwert da der "Frosch" Grundstein für Deutschlands erfolgreichste und langlebigste Filmreihe aller Zeiten war.

7/10

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