Review

Regisseur Katsuya Matsumura hat sich bei der zweiten Ausgabe des mittlerweile sechsteiligen Zyklus ein wenig mehr Gedanken über eine halbwegs nachvollziehbare Story gemacht als noch bei seinem Erstling. Die nach wie vor äußerst distanzierte Erzählweise schafft es jedoch nicht, mit den Figuren wirklich mitzufiebern, so dass das finale Blutbad zwar heftig, aber vergleichsweise emotionslos vonstatten geht.

Shinichi ist ein eigentlich harmloser Computernerd mit einem schrägen Puppentick. Als er in den Sommerferien auf eine homosexuell orientierte Gang trifft, wird er zunächst nur leicht drangsaliert, allerdings um Schutzgeld erpresst. Wenig später führt ihn der Chef der Bande in seine morbiden Machenschaften ein, woraufhin sich Shinichi an zwei Bekannte wendet, doch dann schlägt die Gang erneut zu…

Zweifelsohne kommt der zweite Teil rascher auf den Punkt und macht erst gar keinen Hehl daraus, wie menschenverachtend und gefühlskalt einige extreme Persönlichkeiten mit manchen Leuten umgehen können.
Aber auch Shinichi hat einen Schlag schräg, was sich im extremen Fetisch zu seinen Puppen äußert, zu denen er eine intensive Bindung aufgebaut hat. Vor allem aber ist er labil und psychisch beeinflussbar, was sich der Anführer der Gang rasch zunutze macht.

Rein körperliche Gewalt steht hier weniger im Vordergrund als Psychoterror und radikale Erniedrigungen, welche sich häufig anhand kurzer Andeutungen manifestieren.
So hält der Gangchef etwa eine junge Drogenabhängige gefangen, welche keine Fingernägel mehr hat, Essen und Trinken halb verhungert vom Teppich schlabbert, um letztlich weggeworfenem Müll gleichzukommen, auch sinnbildlich.
Das geht zwar bis zu einem gewissen Grad an die Nieren, verstört aber deshalb nicht übermäßig, weil einem die Figuren kaum nahe gebracht werden und kein Sympathieträger mitmischt.

Interessant ist dabei allerdings Shinichis Entwicklung, welche zwar erahnbar ist, jedoch treffend und mit reichlich Overacting auf den Punkt gebracht wird.
Dass die Situation in den letzten Minuten eskaliert und im Blutrausch gipfelt, überrascht dabei weniger als die Tatsache, wie viel der Regisseur noch aus dem fertigen Material entfernen musste, damit der Stoff überhaupt veröffentlicht werden konnte, da einige Ableben auch in der „ungeschnittenen“ Fassung nicht mehr zu sehen sind.
Dennoch dürften Gorehounds einige passable Einlagen entgegenkommen, wobei die Behandlung mit einem Gasbrenner und die mehrfache Anwendung eines Samuraischwertes durchaus für ordentliche Effekte sorgen.

Die nihilistische Stimmung ist bei alledem der überzeugendste Faktor, während Story, Darsteller und die etwas hakelige Erzählweise eher weniger überzeugen können.
In Sachen Härte ist der niederträchtige Stoff natürlich nicht unbedingt zarten Gemütern zu empfehlen, doch wer eine simple Rachegeschichte einigermaßen drastisch verpackt mag, dürfte sich bei diesem Streifen heimisch fühlen.
5,5 von 10

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