Mit dem dritten Teil der Reihe um Sadisten und kranke Persönlichkeiten gehen Regisseur und Autor Matsumura bereits ein wenig die Ideen aus und der Gewaltpegel wird deutlich zurückgeschraubt. Stattdessen steigt der Ekelfaktor ein wenig, - ein weiterer Aspekt, den Streifen besser nicht beim Abendessen zu sichten.
Kikuo arbeitet im heruntergekommenen Stundenhotel seiner Eltern und sammelt in seiner Freizeit leidenschaftlich Müll. Besonders Frauenbinden, Strumpfhosen und gebrauchte Kondome haben es ihm angetan, doch dann fängt er an, eine Kassiererin genauer unter die Lupe zu nehmen…
Erneut wird veranschaulicht, wie ein debiler Nerd zum Killer mutiert, doch leider fallen die Figurenzeichnungen noch schwächer aus, als bei den beiden Vorgängern. Von dem geistig zurückgebliebenen Kikuo erfahren wir fast nichts, nur dass seine Eltern auch nicht ganz edel in der Birne sind und Kikuos Freunde bereits einen deutlichen Hang zum Sadismus aufweisen, indem etwa ein hinkendes Mädchen arg drangsaliert und später vergewaltigt wird.
Zumindest erhält die Leidenschaft des Müllsammelns einen Sinn, als Kikuo auf den gleichgesinnten Kawasaki trifft, der ihn in die Philosophie der Kategorisierung einiger Fundstücke einweiht.
Die Figuren sind zwar recht treffend besetzt, der minimale Score ist sehr passend und die Kamera liefert ab und an ein paar interessante Kamerafahrten und Perspektiven, doch handlungstechnisch ist lange Zeit nichts los, was auch nur ansatzweise Suspense erzeugen könnte. Es wird Müll gesammelt, nur wenig gesprochen, immer mal wieder ein Typ beim Dönern im Stundenhotel beobachtet, bis Kikuo eine Frau entführt und sich einige eher unorthodoxe Foltermethoden mit blauen Flecken, Fliegen und einem Spray vornimmt.
Splatterfreunde kommen hier nicht allzu sehr auf ihre Kosten, denn es gibt lediglich ein paar blutige Einschüsse, einen abgetrennten Arm und eine angedeutete Enthauptung. Demgegenüber sind die Make-up Effekte recht ordentlich ausgefallen, zumal einige Aufnahmen ins Detail gehen und selbst Blutergüsse so aussehen, als hätte da jemand wahrlich fest zugeschlagen.
Dennoch will die Psychostudie nie so recht zünden, selbst ein Mitfiebern mit den potentiellen Opfern hält sich in Grenzen, da es auch hier komplett an brauchbaren Charakterzeichnungen mangelt.
Zwar steigt der Gewaltpegel im letzten Drittel noch etwas, doch das kaschiert nur wenig vom drögen Vorlauf und der Distanz zum eigentlichen Geschehen.
Der dritte Blick in die Psyche soziopathischer Gewaltverbrecher bildet somit den bis dato schwächsten Teil der Reihe und ist nur etwas für Komplettisten der Serie.
Alle anderen werden den Streifen allenfalls als völlig krank einordnen, doch auch so etwas hätte wesentlich ansprechender und unterhaltsamer verpackt werden können.
3,5 von 10