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Von der Mutter halbwegs unterdrückter Polizist liefert sich ein Duell mit einem mutterfixierten Mörder, das ist der ganze Plot in dieser Mischung aus 70er-Spaß a la „Harold und Maude“ oder „Wo is Papa?“ und einem sauberen Serienkillerfilm.

Der Streifen steht ganz im Zeichen von Rod Steiger und George Segal, die stets in telefonischem Kontakt sind, nachdem Steigers Mr.Gill mal wieder eine ältliche Witwe umgebracht hat. Seine Opfer sucht er immer in neuen Verkleidungen auf, ganz der Verwalter eines Theaters, der er im wahren Leben ist. Er schlüpft in die Rolle, nimmt den Charakter komplett an, sucht sich Akzent und Kleidung und bleibt auch für den Anruf bei Segal noch in der Rolle.

Segal wiederum ist eine schwierige Mischung aus schnoddrigem Muttersöhnchen, daß es zwar schafft, seiner ausgemergelten Mama mal Kontra zu geben, wenn auch auf halb lustige Art und Weise und ein wenig ehrgeizlosem Polizist, der jedoch wider Willen zum Zielobjekt des Killers wird.

Der Film wirkt damit nicht unbedingt ausgewogen, sondern fällt sozusagen in zwei Hälften, denn während Steigers Part wirklich grimmig ist, weiß man dann meistens nicht, wie man mit der sarkastisch-humorigen Art von Segals Privatleben umgehen muss.

Ergo kann man also nur zwei wunderbare Schauspieler bewundern, die sich durch die Mordrunden spielen und mit Herzenslust dabei sind. Weniger interessant leider ist die aufgepropfte Liebesgeschichte zwischen Segal und der partygirlähnlichen Lee Remick, die ein bisschen Zusatzspannung bringen soll, doch leider will der Charakter nicht so recht zum Rest des Films passen und präsentiert sich im sperrigen Swinging-Sixties-Gewand.
Trotzdem sollte man diesen Thrillerbastard nicht unterschätzen, denn er bietet nicht zuletzt hervorragende Portraits der Protagonisten und einen bizarren Showdown im Keller des Theaters. (6/10)

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