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„Schlacht um Midway“ ist ein prominent besetzter, aber nicht besonders aufregender Kriegsfilm über titelgebende Kampfhandlungen.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, bereits nach Pearl Harbor und den Vergeltungsschlägen der Amerikaner, beschließen die Japaner einen Angriff auf den amerikanischen Stützpunkt auf der Insel Midway. Gleichzeitig entschlüsseln amerikanische Militärs Funksprüche, die auf den Angriff hinweisen, wissen aber nicht, ob dies ein Trick ist. Es beginnt ein ausgiebiges Taktieren der Truppenführer beider Parteien…
Als Kriegsfilm ist „Schlacht um Midway“ eine recht interessante Angelegenheit, da hier weniger die Schlachten, sondern mehr das taktische Kalkül der Parteien im Mittelpunkt stehen. Es ist auch recht spannend dabei zuzusehen, wie wichtig die Vorüberlegungen der militärischen Führer sind und wieweit der Zufall über den Ausgang einer Schlacht entscheiden kann. So schafft „Schlacht um Midway“ es die meiste Zeit über ziemlich spannend zu bleiben. Ebenfalls löblich, dass „Schlacht um Midway“ auch die japanische Seite eingängig beleuchtet und die Japaner charakterisiert, auch wenn die Texttafel gegen Ende doch wieder üblen Hurra-Patriotismus verbreitet.

Die Kriegsszenen hingegen hauen wenig vom Hocker, sind aber auch klar zweitrangig, da das Brüten in den Führungsetagen wie gesagt wichtiger ist. So gestalten sich die paar Gefechte, meist Fliegerangriffe wenig spektakulär und beinhalten zum Teil auch Archivmaterial, das mit Studioaufnahmen zusammen geschnitten wurde. Zwar langweilen die Gefechte nicht, aber selbst gegen ältere Filme wie „Der längste Tag“ sehen sie doch wenig aufregend aus.
Was „Schlacht um Midway“ jedoch anzukreiden ist, ist sein Unvermögen den Zuschauer wirklich an die Charaktere zu fesseln. Mag das Geplänkel in den Planungsräumen noch spannend sein, so vergisst man die Charaktere sobald sie den Raum verlassen. Auch vollkommen unnötige Subplots wie die Liebe eines jungen Soldaten zu einer in Amerika geborenen Japanerin verleihen den Figuren nicht mehr Leben, sondern bremsen das Geschehen eher zusätzlich.
Dass die Charaktere dem Zuschauer so gänzlich am Allerwertesten vorbeigehen, ist ziemlich schade, vor allem wenn man einen Blick auf die Besetzung wirft. Hier tummeln sich unter anderem Charlton Heston, Henry Fonda, James Coburn, Robert Mitchum und Toshiro Mifune, doch keiner von ihnen bleibt dem Zuschauer lange im Gedächtnis, da sie auch scheinbar alle nur mit halber Kraft schauspielern.

So ist „Schlacht um Midway“ in jenen Szenen wirklich spannend, in denen es um das Planen einer Schlacht geht und wie der Zufall hier hineinspielt. Den Rest des Films bilden jedoch mäßig aufregende Kriegsszenen und blasse Charaktere, was „Schlacht um Midway“ den Aufstieg zum großen Kriegsfilm verwehrt. Da jedoch die spannenden Planungsszenen überwiegen, bleibt ganz ordentliche Handlung.

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