"Midway" sollte im Juni 1942 für die kaiserlich-japanische Marine in etwa das werden, was "Pearl Harbor" im Dezember 1941 für die Amerikaner darstellte: Ein vollkommenes Desaster, an dessen Ende nicht nur 1000ende Tote zu beklagen waren, sondern auch der schmerzhafte Verlust zahlreicher schwerer See-Einheiten. Jedoch mit einem, letztlich mit-kriegsentscheidenden Unterschied: In Pearl Harbor gingen der US-Flotte primär "lediglich" Schlachtschiffe verloren, Midway hingegen kostete die Japaner einen empfindlichen Teil (Akagi, Kaga, Soryu und Hiryu ) ihrer so essentiell wichtigen Flugzeugträger-Flotte.
Jack Smights Filmumsetzung dieses durchschlagenden amerikanischen Erfolges verleiht dem Ereignis einen relativ würdigen Rahmen, kann aber nicht in die Riege der ganz großen Kriegsstreifen aufsteigen. Das liegt keinesfalls am wirklich beachtlichen Aufwand (u.a. Dreh auf echten Flugzeugträgern) und den auch heute noch trotz ihres Alters sehenswerten Trick- und Schlachtszenen, sondern vielmehr daran, daß das bleihaltige wie unkritische Treiben letztlich trotz vieler Stars (Charlton Heston, Henry Fonda, James Coburn, Robert Mitchum) etwas seelenlos und einfältig bleibt. Der viel zitierte Funke will trotz bombastischer Schlachtszenen schlicht nicht wirklich auf den Zuschauer überspringen. Weniger schehmenhafte Charaktere und Tiefgang in der Geschichte wären hier insgesamt sicherlich einem noch besseren Gesamtergebnis förderlich gewesen...
Als Action-Kriegsfilm jedenfalls unterhält "Die Schlacht um Midway" auch heute noch sehr solide. Wer jedoch mehr Anspruch denn reine Militärparade sucht, der sollte sich besser anderen Werken zuwenden...