Inhaltsanriß:
Zeitmäßig ist der Film zwischen Episode 3 und 4 angesiedelt. (Darth Vader gibt es schon und Alderaan gibt es noch.) Die abtrynnige Jedi Zhanna ist die rechte Hand des Imperators. Sie versucht, an ein altes Geheimnis der Jedi zu gelangen. Die Seherin Taryn Anwar versucht mit Hilfe des Jedi Declan und des Schmugglers Cade, vorher an dieses Geheimnis zu kommen, ständig auf der Flucht vor den Truppen des Imperiums.
Meinung:
Hier ein Review zu Revelations zu schreiben ist nicht ganz leicht.
Star Wars Revelations (dt.: Offenbarung) ist ein etwa 40-minütiges Fanprojekt und daher darf man eigentlich nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie für eine "echte" Big Budget Produktion. Andererseits ist Revelations auch nicht so weit davon entfernt, daß man den Film nicht ernst nehmen muß.
Eines ist klar: Es ist der beste Fanfilm, den ich je gesehen habe. Einige davon, sind ja nicht schlecht gemacht, viele jedoch eher unter dem humoristischen Aspekt sehenswert. Keiner hat bisher eine ernsthafte Star Wars Geschichte erzählt oder die Star Wars Atmosphäre annähernd so gut wie in den Originalfilmen eingefangen. Revelations schafft beides spielend.
Die Schauspieler machen ihre Sache gut und sind keineswegs irgendwelche Teenager, die in ihren Kostümen in Schulkorridoren Jedi spielen. (Nichts gegen Teenager...)
Vielmehr scheint es sich hier um Star Wars Fans der ersten Stunde zu handeln, die die Sache ernst nehmen, aber offenbar mit großem Spaß bei der Sache sind. Sonst bekommt man sowas wohl kaum hin. Klar sind es Laien, aber ich fand sie überzeugend und die Kostüme und Requisiten sind nicht von den "echten" zu unterscheiden. Ebenso sind die Dialoge gar nicht mal schlecht geschrieben. Dabei muß man auch ehrlich sagen, daß die Dialoge wirklich nicht die Stärke der großen SW-Kinofilme sind.
Die Story hat leider nicht so richtig Zeit sich zu entwickeln und der Fortgang der Handlung wirkt dadurch manchmal etwas unbeholfen. Das ist aber keine Katastrophe und angesichts der kurzen Laufzeit wohl auch nicht anders machbar.
Was ist sonst noch wichtig an Star Wars?
- Orte. Davon gibt es auch in Revelations einige und die sind alle toll gemacht mit dem typischen Star-Wars-Flair. Besonders gut fand ich die Correlianischen Raumschiffswerften...
- Raumschiffe. Sehr gut. Man sieht sowohl Klassiker (Star Destroyer, Tie Fighter...) als auch neue Kreationen. Die Spezialeffekte sind auch weit über dem, was einer, der mal nebenbei etwas zuhause rumrendert, machen kann. Man sieht deutlich, daß da Leute am Werke waren, die ihre Rendersoftware beherrschen. Viele der Einstellungen und Bewegungsabläufe sind auf wirklich professionellem Niveau. Manche Dinge wirken etwas grob aufgelöst und das Auseinanderbrechen des einen Sternenzerstörers weist zu glatte Bruchkanten auf usw... Aber das alles ist nicht wesentlich wenn man sieht, was für wunderbare, fotorealistische Raumschiffszenen doch dabei herausgekommen sind.
- Musik. Überragend. Chris Bouchard (nein, ich kannte den vorher auch nicht) hat völlig neue Stücke komponiert und von einem Orchester einspielen lassen. (Der etwa 37-minütige Soundtrack ist übrigens auch einzeln legal herunterladbar.) Das Star-Wars-Thema während der Laufschrift ist natürlich das altbekannte, aber der Rest weitestgehend neu aber Star-Wars-typisch, so daß die Atmosphäre hervorragend unterstützt wird.
Insgesamt ein toller Film! Ich bewerte ihn aber trotzdem nur mit 7/10 weil ich ihn eben als vollwertige Produktion betrachte und als solche muß er sich eben auch mit den "großen" messen. Klar hat er noch einige Schwächen bei den Effekten und der Bildschärfe, die aber, so wie ich das sehe, allein auf das Budget und den Zeitmangel zurückzuführen sind. Und die kurze Laufzeit ist natürlich auch ein Problem für die Charakterentwicklung und Story. Nicht auszudenken, was diese Fancrew hinbekommen würde, wenn sie ILM, John Williams, usw im Rücken hätte. Solche Peinlichkeiten wie Ewoks und nervige Außerirdische (ihrse wissen wen ichse meine) hätten die sicher nie verbrochen. Die verstehen einfach, was die Leute an Star Wars so mögen.
Holt euch den Film! Ihr werdet es nicht bereuen.
So, jetzt wo ich euch (hoffentlich) für diesen Film begeistern konnte, fragt ihr euch sicher, woher man den bekommen soll. Kaufen kann man den nämlich nicht. Der auf der Übersichtsseite angegebene Link führt auf die Downloadseite. Das Tolle ist nämlich, daß der Film nichts kostet und frei zugänglich ist. Wer eine schnelle Flatrate hat, dem rate ich dazu, sich das DVD-Image zu ziehen. Es bringt zwar auch keine wahnsinnig hohe Auflösung, aber Untertitel (das Englisch ist leider nicht immer gut zu verstehen) und zwei optionale Audiokommentare. Es gibt wohl auch eine "Making of"-DVD, die ich aber (noch) nicht habe.