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Katastrophenszenarios beherrschten die Filmwelt der Siebziger: Luxusliner kenterten, Flugzeuge gingen auf Sinkflug und Erdbeben legten amerikanische Großstädte in Schutt und Asche. Seltener kam der dritte Weltkrieg ins Spiel, der hier für eine post-apokalyptische Zukunftsvision der etwas einfallslosen Art sorgt.

Die zahlreichen Raketenangriffe sind am Ende nicht mehr abzuwehren, - der atomare Supergau hat die meisten Orte vernichtet und nur wenige Überlebende fristen ihr tristes Dasein in der Wüste, nahe eines Militärlagers. Eugene Denton (George Peppard) und sein Unteroffizier Tanner (Jan-Michael Vincent) überleben des Weiteren eine Explosion, welche das Gebäude fast komplett zerstört. Also setzt man die zwölfrädrigen Superpanzer in Gang, um durch die Wüste nach Albany zu gelangen…

Nach einigen kunstvoll in die Szenerie geworfenen Explosionen aus Archivmaterial, ist es ein netter Gimmick, den Himmel latent mit diversen Farbfiltern zu verändern, um die Verschiebung der Erdachse zu verdeutlichen. Man weiß zwar nicht, wie viel Zeit nach dem Gau ins Land strich, doch es kann nicht länger als ein paar Wochen sein, als der Tunichtgut und Motorradfahrer Tanner und der stille, aber kontrollierte Denton ihren Weg antreten.
Dabei stoßen sie auf Riesen-Skorpione, Unmengen an Kakerlaken, böswillige Wegelagerer, aber auch eine Sängerin und einen Jungen.
Allzu viel geschieht dabei insgesamt nicht und auch die Spannung hält sich überwiegend in Grenzen, dafür sorgt man mit vielen Stationen und einigen Tornados für Bewegung.

Tricktechnisch sehen die vielen Kakerlaken ganz okay aus und bieten ein paar blutige Momente, doch die Skorpione wirken in der Wüste wie schlicht in die Kulisse kopiert, zumal es keine direkten Berührungen gibt und deren Schatten nicht unbedingt realitätsnah ausschauen. Besser sehen die beiden Spezialpanzer aus, auch von der Inneneinrichtung her.
Die Dinger bewerkstelligen Steigungen von 60 Prozent, halten Windhosen stand und können sogar unter Wasser bedient werden, da sie als wasserdicht gelten.

Leider sorgen die begrenzte Zahl der Figuren und der etwas eindimensionale Ablauf nicht für dauerhafte Unterhaltung. Es wird zwar etwas spannender, als drei Bewaffnete in einer Western-Stadt kiebig werden, doch auf Dauer braust man öde Strecken vor sich hin und versucht die Vorräte aufzupeppen. Dazwischen sorgen einige Dialoge zuviel für Hintergrundinformationen der Charaktere, die dennoch allesamt etwas lahm ausfallen.
Das mag auch an den komplett unterforderten Mimen liegen, die kaum tiefere Gefühlsregungen preisgeben und selbst ein erfahrener Kerl wie Peppard spult lediglich ein gelangweilt wirkendes Routineprogramm ab.

Als es ziemlich gegen Ende zu einer verheerenden Sturmflut kommt, offenbart das Skript immerhin Mut zum Break und eine Steigerung der Dramaturgie, auch wenn der Ausgang nicht so recht zum pessimistischen Grundton passt.
Hinzu gesellen sich ein paar offene Fragen, doch allzu viele Gedanken über Details haben sich die Macher ohnehin nicht gemacht, denn was zuvor unmöglich schien, läuft nun wie geschnitten Brot.

„Strasse der Verdammnis“ ist ein etwas merkwürdiger Film mit recht überschaubarer Handlung, nur wenigen Spannungsmomenten und einer Endzeitatmosphäre, die mit der Zeit spürbar bröckelt.
Für das sichtlich geringe Budget geht die Produktion zwar in Ordnung, doch etwas mehr Kampf ums Überleben hätte dem Streifen im Gesamtbild nicht geschadet.
Etwas eintönig und zuweilen lahm, für ausgesprochene Fans des Subgenres aber durchaus sehenswert.
5 von 10

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