Review

Amateurfilmer Timo Rose macht einen auf kapitelweise erzählte Gangsterklamotte.
Was in seiner Art dem klassischen Tarantino-Stoff in Form einer Kifferkomödie nachempfunden wurde, funktioniert trotz kurzer Laufzeit von knapp 80 Minuten leider nur selten.
Denn sobald man die groben Zusammenhänge begriffen hat, ödet der Rest wegen langatmig inszenierter Dialogpassagen nur noch an.

Im Grunde geht es darum, wie Gangster Eddie (Andreas Pape), dem anderen Gangster Mac Ten einen Geldkoffer abgeluchst hat. Nun ist Mac Ten´s Handlanger mit seinen Jungs bei Eddie und häppchenweise wird die Vorgeschichte von diesem präsentiert.

Nur vage werden die drei Schlagwörter des Titels eingebaut, ohne einen tieferen Sinn zu ergeben. Klar, böse Gangster schnupfen unentwegt Koks, Taschentücher benötigt die femme fatale, um sich nach dem Blowjob die Schnute sauber zu machen und Ouzo bietet Eddie kanisterweise seinen aggressiven Gästen an.
Doch ansonsten herrscht Langeweile und es mangelt vor allem an Humor, der, wenn er denn mal eingebaut wird, größtenteils furchtbar aufgesetzt wirkt.

Da ist es anfangs noch halbwegs interessant, einem Gauner bei seinen Gedanken über das Tragen von Frauenslips und dem daraus resultierenden Orgasmus beizuwohnen. Wenn dieser jedoch weiter philosophiert, während seine beiden Zuhörer am Tisch bereits eingeschlafen sind, ergeht es dem Zuschauer nach einigen Minuten fast ähnlich.
Kaum anders gestalten sich weitere Sequenzen. Etwa, wenn die Ablenkungsfrau in der Limousine des Auszuraubenden zum mittlerweile vierten, natürlich im Off stattfindenden Blowjob ansetzt, während der Unhold ständig Koks schnupft und das auch noch im Close Up.
Teilweise wird eine Kameraeinstellung minutenlang gehalten, zumindest kommt es einem so vor.

Dabei ist technisch nicht alles von Übel. Zeitweise sorgen einige Fast Forwards und Slow Motion Effekte für Abwechslung, doch das Geschehen bietet weder Spannung, Atmosphäre, noch brauchbare Action. Und mit letzterem kann man die beiden Martial Arts Einsätze so ziemlich knicken, da hier noch nicht einmal Blut fließt, was ohnehin nur bei einer lächerlichen Enthauptungsszene der Fall ist.
Schlimm ist auch wieder die musikalische Untermalung, da kotzen primär die deutschsprachigen Hip Hop Beiträge mit ihren Billigtexten tierisch an. Glücklicherweise dominieren sie nicht das Geschehen, zwischenzeitlich erklingen auch besser klingende Reggae Beats und melodienlose Instrumentalpassagen.

Auch darstellerisch ist hier nicht allzu viel zu erwarten. Lediglich Andreas Pape empfiehlt sich mit seiner sympathischen Darstellung als Eddie für weitere Rollen und Anja Gebel sexelt wie gewohnt, hat hier aber nichts Explizites zu bieten, während Timo Rose himself als Gangsterkumpel ein paar brauchbare Sprüche loslässt.
Schlecht gewählt ist jedoch Benjamin Klingebiel als Gegenpart-Gangster. Der kann zwar nichts für seine recht feminin klingende Stimme, doch als drohender Gangster, der seine Stimme zur Einschüchterung seines Gegenübers erhebt, mutet es nur lächerlich an und das wird wohl kaum ein gewollter Humoreffekt sein.
Zumindest fällt von den Akteuren niemand negativ auf, was bei einer No Budget Produktion ja auch nicht selbstverständlich ist.

Dennoch vermag Timo Roses Streifen nur sehr leidlich zu unterhalten. Es mangelt an Pepp, frischen Ideen und einer zügigen Erzählweise.
Die plumpen Gags, teilweise auf Fäkalebene, wissen grundsätzlich nicht zu zünden, lediglich die Story an sich bietet ein paar brauchbare Irrungen und Wendungen.
Rose sollte besser im Splattermetier bleiben, da hat er zumindest das Potential, irgendwann einmal einen zielsicheren Beitrag zu produzieren. Für eine Komödie fehlen ihm jedoch leider das Gespür und das Timing für zündende Gags.
3,5 von 10

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