Review

Es gibt ja viele dröge Grusler aus den seligen 50ern, aber „The Unknown Terror“ war sogar mir total „unknown“, bis ein wehmütiger YT-Channel die Chose wieder dem Vergessen entriss. Dass sich das nicht zwangsweise lohnt, beweist der Film dann aber doch recht schnell, auch wenn ich konstatieren muss, dass da von der Idee her mehr drin gewesen wäre.

Thema Nr.1 in diesem s/w-Schinken aus kostengünstigen Ecke: der Höhlenforscher ist weg. Ja, was kraucht er auch in der "cava del muerte" herum, das muss ja schiefgehen, sagt doch der Name schon. Seine Schwester Gina und ihr Mann Dan beschickten daraufhin Suchexpeditionen, die aber nichts gebracht haben, also starten sie mit einer Geldsammelparty samt knackiger Calypso-Band von Neuem, was ihnen immerhin die Hilfe von Dans Freund Peter einbringt. Der ist ein verflossener Verehrer von Gina und hat bei einem früheren Gemeinschaftsprojekt so viele Dellen im rechten Bein erhalten, dass er hinkend in den Urwald zieht. Eigentlich will das Pärchen ihn gar nicht, aber los wird man die Klette auch nicht mehr.

Nach einer beschwerlichen Anreise in die karibische Inselwelt trifft man auf einen Führer, der unbekannterweise verschwindet, einige unwissende Eingeborene und einen amerikanischen Arzt mit Plauze, der seine Zeit mit Fungusstudien in Einmachgläsern verbringt, wenn er nicht gerade seine hotte Frau verprügelt.
Nach allerlei Zeitschinderei und einer Attacke von Gesichtsmutierten landen die Beteiligten schließlich in der besagten Höhle, wo man noch mehr Mutierte, einige Tote, einen Wassereinbruch und schließlich die Attacke der letalen Riesenpilzsporen aushalten muss.
Letztere ist dann auch das Centerpiece dieses hübsch angemachten, aber dramaturgisch leider verquasten Films, der sich bezüglich der gärenden Sporenmasse nicht besser zu helfen weiß, als Tausende von Litern schäumender Seifenlauge von oben in die Kulisse zu schütten, so dass es so aussieht, als seien die Höhlenwände im Schleudergang zum Angriff übergegangen.

Das ist natürlich ganz wunderbar kindlich und kindisch und nicht im Mindesten bedrohlich, aber unsere vier lustigen Drei stellen sich manchmal so herzhaft ungeschickt an, dass am Ende sogar das Schicksal der Welt auf dem Spiel steht.

Ganz im Ernst: ich hab schlechtere Billigstreifen gesehen, aber wenn man bedenkt, was etwas weiter entwickelte Tricktechnik mit der Idee hätte anrichten können (Schmodder! Gore! Mutate!), ist das Endergebnis leider nur ein herzhafter Schnarcher, der seine albernen 75 Minuten mit Todesernst hinter sich bringt, aber immerhin bemühte Darsteller aufbietet. Vom Studiodschungel und den üblichen Aufnahmen aus den Canyons in den Hügeln Hollywoods reden wir mal besser nicht und auch nicht von dem pladdernden Badeschaum, aber wer sich von seinem Monsterhorror mal was Schräges erhofft, der ist hier kryptobiologisch sicher gut dabei, wäre da nicht die hüftsteife erste Filmhälfte. Final hab ich das jedenfalls mit einem satten „Geschafft!“ kommentiert, weswegen ich dieses Erlebnis mangels anderen Trashcharmes nur bedingt empfehlen kann. (3/10)

Details
Ähnliche Filme