Review

Inhalt:

Eine Stadt mitten in China. Wu "the elder" (Ku Feng) genannt "The shrimp", ist kaum einen Meter groß, ist stark körperbehindert, und auch geistig etwas zurückgeblieben. Er versucht das beste aus seinem Leben zu machen, in welchem er es wahrlich nicht immer leicht hat, für die Menschen ist er einfach nur ein "Krüppel".
Durch den Verkauf seiner Weizen-Kuchen kann er sich zumindest finanziell über Wasser halten.

Sein jüngerer Bruder, Wu Song (Ti Lung), ist der Held vom Tigerfluss, der einen gefährlichen Tiger, der die Provinz einst in Atem hielt, mit bloßen Händen besiegte. Er kehrt im Triumph in die Stadt zurück, und tritt alsbald seinen Dienst als Chief Constable beim Magistrat (Yang Chih Ching) der Stadt an.

Sein Bruder Wu "the elder" hat mittlerweile geheiratet! Seine Frau ist die bildschöne Pan Jinliang (Wang Ping). Diese entstammte einst einem reichen Hause, fiel aber unschuldiger Weise dort in Ungnade und wurde zur Strafe mit Wu zwangsverheiratet.

Das Leben neben Wu "the elder" ist für Pan mit Unzulänglichkeiten und Verzicht verbunden, da für Wu offensichtlich auch sexuelle Handlungen nicht möglich sind. Dies wird Pan vor allem auch immer dann schmerzlich vor Augen geführt, wenn sie das Treiben nebenan in einem Stundenhotel welches von der ominösen Madame Wang (Wang Lei) geleitet wird, mitbekommt, und von etlichen attraktiven Männern umschwärmt wird.
Pan´s Unzufriedenheit wächst von Tag zu Tag, auch wenn sie nach außen hin die treusorgende Ehefrau spielt. Sie will aus der Ehe ausbrechen, und Wu Song soll ihrem Verführungsversuch erliegen. Doch dieser ist recht schaffend, und würde seinem geliebten Bruder nie in den Rücken fallen. Zwischen Wu Song und seiner Schwägerin kommt es zur offenen Auseinandersetzung!

Der Winter hält Einzug, und Wu Song treibt es wieder hinaus in die Welt. Er verspricht seinem Bruder aber, zu ihm zurück zu kehren, sobald die Pflaumenblüte einsetzt.
Als Wu Song zurück kehrt, ist sein Bruder verstorben...!

Pan erklärt ihm, dass ihr Mann an Herzversagen gestorben sei, doch Wu glaubt dies nicht. Der Leichnam wurde verbrannt, und so setzt Wu Song seine Ermittlungen beim Arzt (Chiang Nan) der Stadt an.
Dieser wunderte sich bei der Aufbahrung über die Hämatome und Blutungen an der gezeichneten Leiche. Der Arzt sammelte nach der Krematierung ein paar Knochen, und untersuchte diese. Wu wurde vergiftet.

Die Schuldigen dürften feststehen..., für eine Auseinandersetzung zwischen Pan und Wu "the elder" gibt es Zeugen, und der attraktive Ximen Qing (Liu Yung aka Lau Wing) stellt ein Motiv für Pan dar.
Wu Song nimmt jetzt das Recht selbst in die Hand..., er stellt Pan zu einer letzten Rede und Ximen Qing zu einem Duell auf Leben oder Tod.........


Fazit:

Sehr gut! Der Streifen "Tiger killer" ist ein exzellent inszenierter und glänzend gespielter melodramatischer Eastern, und dieser ist sehr stark handlungsorientiert, beinhaltet nur wenige KungFu-Fights, ist also weniger ein Actioner.
Es ist ein Eastern-Melodram, es kam dem Regisseur Li Han Hsiang bei dieser Produktion für die Studios der Shaw Brothers auf die Handlung an. Nur zum Schluss des Films gibt es einen gedehnten, rassigen Fight zwischen Ti Lung und Liu Yung (aka Lau Wing). Davor wird eine Geschichte von hoher Subtilität und Ambition aufgebaut und erzählt.

Dieser Film ist das Prequel zu "Delightful forest" ("König der Shaolin", siehe mein Review auf dieser website), ebenfalls mit Ti Lung unter der Regie von Chang Cheh bereits fast ein Jahrzehnt zuvor für die Shaw Brothers entstanden. Während Chang Cheh einen reinen Action-Film konzipierte, legt Li Han Hsiang sein Hauptaugenmerk in diesem Prequel im wesentlichen auf melodramatische Elemente.

Es ist die traurig-dramatische Geschichte eines Behinderten, der den Kampf gegen die täglichen Widrigkeiten seines Daseins aufnimmt, und versucht, ein Stück des Glücks im Leben zu erhaschen. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Wu "the elder"..., es ist eine bedrückende Geschichte, und so wird sie auch von Li Han Hsiang in Szene gesetzt.

Man hat als Zuschauer Mitleid mit Ku Feng, der diese Rolle absolut grandios spielt. Ku Feng brilliert hier, und ist der eigentliche Star in dieser Tragödie, auch wenn hier Ti Lung die Hauptrolle inne hat, und darin auch gewohnt überzeugend agiert. Ich fand Ku Feng´s Darstellung hier sogar awardverdächtig, er spielt das echt stark.
Wie er, dem das Leben übel mitspielt, hier trotzdem Lebensmut aufbringt, und versucht auch eben Freude an den den einfachen Dingen des Lebens zu finden. Er selbst ist glücklich darüber, verheiratet zu werden, zumal die Braut bildschön ist. Er hätte wohl nie heiraten können, wäre er nicht für diese inszenierte "Ehe" vorgesehen gewesen.

Ti Lung spielt mit der Intensität und Souveränität, wie es die Kinogänger von ihm kennen, und von ihm gewohnt sind. Eine ausgezeichnete Leistung, wie er hier zum einen der harte Kämpfer, der von Rachsucht getrieben wird, ist. Auf der anderen Seite spielt er auch überzeugend den Bruder Wu "the elder"´s, der seinen leidgeprüften Bruder -im Film- nicht hängen lässt. Wieder mal ganz stark, Ti Lung!

Eine weitere sehr gute Darstellung zeigt Wang Ping. Sie ist zwar so etwas wie der Villain in diesem Film neben Liu Yung (aka Lau Wing), doch ist sie letztendlich gleichzeitig Opfer. Sie entstammt aus guten Hause, doch wird sie vom Hausherrn vergewaltigt. Als die Dame des Hauses zur Tür reinkommt, interpretiert diese aber dies als Ehebruch. Und Wang Ping wird verstoßen und zwangsverheiratet..., mit einem Krüppel.
Dass sie aus dieser Situation zu entfliehen versucht, ihre Sehnsüchte nie aus den Augen verliert und irgendwie doch noch realisieren will, kann man nachvollziehen. Sie bringt ihren Ehemann sicher nicht all zu gerne um, sieht aber wohl keine andere Möglichkeit. Das vor Ti Lung und der Gesellschaft der Gassen zu "verkaufen" geht eben nur über Verlogenheit, und hier verheddert sich die werte "Pan" selbst immer mehr im eigenen Lügengespinnst!
Wang Ping ist zudem eine äußerst attraktive Darstellerin..., die würde ich nur dann von der Bettkante schubsen, wenn ich mit Vanessa Seifert liiert wäre....

Das ganze ist von Li Han Hsiang exzellent im luxuriösen Setdesign (Jahreszeiten wie Frühling oder Winter werden im Studio nachempfunden) der Shaw Brothers fotographiert und mit dem virtuosen Einsatz von Rückblenden in Szene gesetzt.
Diese Rückblenden verkomplizieren diesen Streifen nicht etwa, dazu sind sie von Li zu geschickt in diesen Film eingewoben. So bleibt der Spannungsbogen stringent und die Atmosphäre dicht.

Was bleibt noch zu sagen? Nun, die Fights..., oder sollte ich eher sagen DER Fight. Denn es gibt eigentlich nur diesen einen Fight zwischen Ti Lung und Liu Yung. Das ist letztendlich ein Manko..., 2, 3 mehr Fights hätten dem Film keinen Abbruch getan..., mehr Action hätte dem Streifen gut getan, und zu einem echten Eastern noch veredeln können.
Li Han Hsiang wollte eben eher ein Melodram drehen..., aber auch so bekommt der Film von mir noch eine gute Note. Story, Umsetzung, Sets und Darsteller sind 1A.
Wer einen reinen KungFu-Actioner erwartet, liegt bei "Tiger killer" nicht richtig. Das ist mehr was für die Anhänger der Shaw Brothers, die "ihre" Darsteller mal anders erleben wollen.

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