Kaum eine Produktion von Charles Band, die ohne Puppen auskommt, so auch diese nicht.
Nur leider spielt der kleine, rothäutige Homunkulus hier lediglich eine Randfigur, denn im Vordergrund stehen drei Vampirdamen, die das Erreichen einer neuen Macht ansteuern.
Was man kaum belangloser hätte inszenieren können, da sich fast das komplette Geschehen in lieblos ausgestatteter Kulisse abspielt und überhaupt kein Tempo aufweist.
Dabei weicht der erste Eindruck von dem einer Billigproduktion schon ein wenig ab, - kein Wunder, denn Band bedient sich hier dreist einer zusammengeschnipselten Stock Footage, indem er die Vampir-Vorgeschichte aus „Vampire Journals – Der Jäger des Bösen“ arg verkürzt zusammenfasst.
Mit dem eigentlichen Geschehen hat das denn auch wenig zu tun, denn da haben wir einerseits den Liliputaner und Vampirjäger Ivan, der die Vampirkönigin töten will, andererseits die in Bedrängnis geratene Liebe zwischen einem Mann und einer jungen Vampirfrau. Dazwischen ein paar Opfer, die allesamt in dahin gerotzter Kulisse nahezu blutleer dahinsiechen.
Ohnehin erhält man recht fix den negativen Eindruck, dass innerhalb der überaus kurzen Brutto-Laufzeit von 60 Minuten komplett falsche Prioritäten gesetzt werden.
Knapp zehn Minuten befindet sich das erste Opfer-Paar in einem Strip-Club, er schmachtet dahin, sie will verständlicherweise heim, lässt sich aber auf Lap-Dance und einen Ortswechsel ins Domizil der Vampirfrauen ein, falsche Entscheidung, Halsbisse und weg.
Zwischenzeitlich noch ein weiteres Opfer in Form eines dicken Chatters, der unter falschen Angaben eine der Blutsaugerinnen einlädt. Kurzes Anschmachten, Biss in den Hals und weg.
Keine Gegenwehr und kein Mitfiebern mit den überhaupt nicht eingeführten Charakteren.
Das ändert sich jedoch auch nicht mit der Introduktion des Vampirjägers, der dem in die Vampirdame verliebten Typen breit und lang seine Vorgeschichte erzählt und ihn schließlich zum Mitkommen in die Höhle der Löwinnen überredet.
Einzig der im Käfig gehaltene Homunkulus kann für wenige Momente etwas Aufmerksamkeit erregen.
Denn den hat das Masken/Puppenteam ganz ordentlich hinbekommen, der etwa 60 Zentimeter kleine Kerl erinnert zwar an die gängigen Puppen aus Bands Produktionsschmiede, ist im Gesicht aber recht beweglich und wurde von einer drolligen Murmelstimme vertont.
Die Herkunft seiner Identität wird jedoch erst gegen Ende bekannt gegeben, während seine Präsenz im Verlauf leider zur unmaßgeblichen Nebenfigur verkommt und erst zum Finale für eine halbwegs gelungene und auch witzige Pointe sorgt.
Alles dazwischen kann man komplett knicken.
Die alte Vampirleier, von wegen 10000 Opfer und damit verbunden die ewige Unverwundbarkeit, kann zu keiner Zeit Spannung erzeugen, weil die Vampirdamen erst gar nicht jagen müssen, da sich die Opfer alle freiwillig und ohne große Gegenwehr bei ihnen einfinden. Es wird schließlich weitaus mehr geredet als gebissen, was durch die qualitativ minderen Darstellerleistungen nicht unbedingt unterhaltsam rüberkommt.
Und all das innerhalb einer schnöden Kulisse, die wohl an die alten Einrichtungen eines Vampirschlosses erinnern soll, wozu ein paar Kerzenständer mit Rotfilter unterlegt gewiss nicht ausreichen.
Wäre da nicht die lustige Monsterpuppe im Käfig (zwischenzeitlich auch mal außerhalb), wäre diese Vampirgeschichte für sich ein Kandidat für die niedrigste Bewertungsstufe.
Der Einsatz des kleinen Kerls hebt „Decadent Evil“ dadurch zwar vom Bodensatz der billigen Horrorfilme ein wenig ab, bildet jedoch insgesamt den schwächsten Band Film bislang und liefert bei alledem alles andere als eine Empfehlung.
3 von 10