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Sehr schwacher Spätwestern vom späteren B-Action-Regisseur Sidney J. Furie, damals noch Anfang 30 und schon einige Jahre im Geschäft unterwegs war.
Größte Hypothek des Films ist mit Sicherheit der einzige große Name in der gesamten Besetzung: Marlon Brando in der Titelrolle.

Brandos Weltruhm war im Laufe der 60er und nach dem Debakel mit „Meuterei auf der Bounty“ allmählich dabei, sich in Luft aufzulösen, was durch regelmäßige Misserfolge an der Kinokasse noch unterfüttert wurde.
Hier schleppt sich die Geschichte von dem Mann, der sein Zuchtpferd zurück erobern will – eine Geschichte, wie von Disney totgeritten – schwer und spröde durch das mexikanische Grenzland, nahezu in jeder Szene nahe oder bei seinem Hauptdarsteller, der schon mit verkünsteltem Gestus und Pathos in jedem Blick jegliche westerntypische Aktivität abtötet.
Brando wirkt die meiste Zeit wie ein als Cowboy verkleideter Gebetsbruder, stets mit niedergeschlagenem Blick seine Zeilen murmelnd, als hätte sie mehr als die allgemein-banale Bedeutung. Dazu kommt, dass Furie seinem Star offenbar freie Hand bei der Rollengestaltung lassen musste, denn als leicht verfilzter Büffeljägerheimkehrer sieht Brando in der ersten halben Stunde mit angeklebtem Vollbart dermaßen amateurhaft aus, als wäre der Stummfilm nie ausgestorben.

Viel besser wird es später auch nicht. Zwar fürchtet man halbwegs um das titelgebende Pferd (The Appaloosa), aber das ist für den Helden auch nur ein Zuchttier von einigem Wert. Vielleicht kann es noch halbwegs überraschen, dass John Saxon und seine Horde mexikanischer Pulque-Trinker nicht die dauermordenden Killer sind, die sonst die Bösen darstellen sollen, aber die komplette Unemotionalität des Protagonisten (der müde oder im Halbkoma agiert), die das Publikum zumeist spiegelt, reißt niemanden mit.
Während Saxon mit seinem Nußknackergebiss noch halbwegs Eindruck macht, ist der Rest des hispanischen Casts maximal Statist oder Stichwortgeber und Anjanette Comer kriegt die Mexikanerin und „Damsel in Distress“ auch in keiner Szene hin, sondern kann nur große Augen machen. Sympathie und Erotik bleiben da ganz außen vor.

Die wenigen Punkte verteile ich großzügig für das Armdrückduell in der Filmmitte, das mit tödlichen Skorpionen ausgefochten wird und die schöne Naturfotografie, wenn auch Teile des Films unübersehbar in Studiokulissen gedreht wurden (alle Innenaufnahmen).
Insgesamt bietet Brando wenig mehr als eine frühe Version seines Kopfgeldjägers Clayton, nur ohne den ganzen Fummel, ist aber gerade in Western deutlich fehlbesetzt (wie in Komödien übrigens auch meist, er reüssierte meistens nur erfolgreich in Personendramen).
Gekrönt wird das alles von einem relativ schwachen Höhepunkt, der sein dramatisches Potential (der Banditenboss wird von seinen Leuten praktisch aufgefordert, auch mal was allein zu schaffen) mangels eines effektiveren Drehbuchs auch nicht ausschöpfen kann.
Einschlafhilfe – ob man will oder nicht! (3/10)

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