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A new dream-team is born: Malcolm McDowell und Oliver Reed, zwei echte Sterne am Schauspielhimmel, die leider nur selten in Konjunktion miteinander traten, im letzteren Falle sogar leider mit einem gar peinlichen Schlußakkord der Karriere (Ridley Scotts Radiator oder die Rückkehr des haarigen Heizkörpers aus Australien) verloschen.
Hier jedoch präsentieren sich beide in Hochform und machen mit ihrer Aufarbeitung der Revolution von 1848 und der Gründung des zweiten deutschen Reiches den gesamten Geschichtsunterricht der Kollegstufe überflüssig.
Zur Handlung: Malcolm - in seiner komischen post-clockwork und pre-Gangster No 1-Phase - als Paradeoffizier der Armee Ihrer Majestät, bon vivant, ausgewiesener Feigling und Opportunist lernt 1000times-harder-than-Bronson's-Stone Face Oliver Reed alias Otto von Bismarck bei der Flucht aus einem Bordell kennen, und zwar in Begleitung von niemand geringerem als der reizenden Lola Montez (für den Nichtbayern: derjenigen Schlampe, die uns unseren großartigen Humanistenkönig Ludwig I. kostete) und verführt ersteren zu einem Boxkampf mit fatalen Folgen, letztere zu einem leicht Jess-Francoesken Fechtkampf in leichter Bekleidung - Grund genug für unseren raffinierten Oli, Malcolm später für seine Pläne zur Annexion eines kleinen Fürstentums einzuspannen, dessen zukünftigem Prinzgemahl er zufällig unglaublich ähnlich sieht. Dieser, nach Olivers Worten längst gefügig gemacht und nur durch einen unzeitigen Tripper an der Hochzeit gehindert, vegetiert natürlich in Wirklichkeit im Kerker von Bismarcks Gnaden und soll durch die tölpelhafte und leicht zu kontrollierende britische Marionette ("I thought you were a man" - "I never said that") Malcolm ersetzt werden. Dies erfordert natürlich unerbittliches Vorbereitungstraining in Olis hauseignem Folterschloß Hohenschönhausen - ein Ort, den unser Malcolm noch verfluchen wird...
Fazit: Ein Oliver Reed in Bestform erschließt im Nu alles, was einem an Bismarcks Innenpolitik schon immer komisch vorkam, und ein wie immer unübertrefflicher Malcolm McDowell stellt locker in den Schatten, was sogenannte komische Talente wie der schlecht rasierte Kurzhaarschimpanse Robin Williams, die harmlose Trauerschnute Tom Hanks oder gar das Duo infernal des hoffnungslos überschätzten Dilettantismus, M. Quadratschädel D. und B. "was meine Exfreundin unten hinten hat hab ich vorne oben" A. jemals für ihre 20000 Pseudooskars auf die Beine stellen könnten. Für Fans der beiden trasherprobten Recken ein absolutes Megamuß: 9 von 10.

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