Taiwanesisches Heroic Bloodshed Werk eher unbekannter Natur, dass zwar die Aussage der unbedingten Loyalität gegenüber seinen Blutsbrüder aufrecht erhält und nach dieser Maßgabe auch die anderen darum liegenden Begriffe und Vorstellungen leitbildhaft erwähnt, das aber die meiste Zeit als aufgesetzte Ersatzreligion behandelt. Vor allem der Zustand absoluter Sinn- und Zweckhaftigkeit des Aufopferns für den Freund und entsprechend auch die Rückwirkung auf das Handeln der Figuren wird hier nicht glaubhaft dargestellt, sondern verliert sich in bloßen Behauptungen, die rein schematisch abgehandelt werden. Die Geschichte gar vollzieht immer wieder denselben Gedankengang, ohne damit den Prozess einer Sinnfindung zu erreichen. "One order, one action" und "Next time we meet, one of us shall die" schon als die einzigen Formulierungen und auch als bloße Projektion eines wertlosen Nihilismus; schroff wie Unkraut.
In Auftrag gegeben von der ortsansässigen Luk Fuk Film Production Co., Ltd scharrt das Team um den früheren 70er Jahre Kung Fu Regisseur Cheung Chi-chiu gerade hinter der Kamera eine Ansammlung von no names um sich, deren Aufzählung nur notdürftig mit drei Strategen aus der kantonesischen Filmindustrie aufgewertet wird, die hier allerdings eher bessere Randpersonen und zum Teil auch wie aus dem Wald gestolpert aussehen. Eine gedankliche Grundlage wird zwar mit einem chinesischen Einleitungstext vorangestellt; mangels Übersetzung und Sprachkenntnis ergibt sich die Erkennbarkeit der Handlung erst aus diversen Aufbruchmotiven, die am Ende und mehreren Konfrontationen später dann doch zum Abschluss des ausnahmsweise geglückten, wenn auch genretypischen Showdowns führen:
Taiwan.
Bei der Eintreibung eines ungedeckten Schuldscheines von nicht ganz unerheblicher Höhe geraten Ann Sam [ unappetitlich: Alex Man ] und Freund und Partner Golden Snake [ mit der Axt frisiert: Alex Fong ] an die Machenschaften von Black Eagle [ Miu Kiu-wai ], dessen Verweigerung und Bedrohung sie mithilfe des eingeflogenen Wang, Spitzname 'White Wolf' [ Wong Goon-hung als der den Alternativtitel bereitstellenden Wolf of China Sea ] klären wollen. Bei einem Attentat wird Ann Sam allerdings von der eilig herbei eilenden Polizei gestellt und sieht sich einer langen Haft ausgesetzt. 'White Wolf' setzt sich vorübergehend von Taiwan nach Shamem, Fujian, China ab, wo er Unterstützung seines Bruders Hu [ Shut Chung-tin ] erhofft, welcher aber mit dem japanischen Drogenschmuggler Wu-lang [ Lindsey Wong ] genug eigene Probleme am Hals hat.
Bis dahin macht sich leider ein gewisses Desinteresse breit, dessen Verschulden nicht allein dem umher springenden Drehbuches und auch nicht der etwas müde wirkenden schauspielerischen Leistungen anzulasten ist, sondern besonders durch die geschunden wirkende Kreatur von Inszenierung verkörpert wird. Die Einfachheit der Einstellungen, das Abgehakte der Montage, was übrigens auch auf die schon quantitativ durchschnittlich angeordneten Actionszenen betrifft, und die – obwohl eigentlich liebreizende Örtlichkeiten wie Fischerdorf und Weinberge vorweisend – ästhetisch ebenfalls unterentwickelten Situationen bieten einen gequält beliebigen Blick auf die Begebenheit eines ständigen Kampfes um Leben und Tod. Eine Öde von Dasein mit vorsintflutlich erstarrtem Antlitz; fernab der oft voll Leidenschaft brennenden und bis hin zu philosophischer und/oder lyrischer Wucherung veranschlagenden Konkurrenz, des zu dem Zeitpunkt eh mit am stärksten stereotypisierten Bereiches der Unterhaltungsindustrie.
Wo man in ähnlichen Dramaturgien sonst oft die besondere epische Beschaffenheit zumindest versucht, wenn nicht gar als selbstverständlich angesehen und mit der Gloria des Heiligenscheins versehen wird, erscheinen die Einsätze hier nicht nur ohne verabsolutierten, sondern trotz durchaus vorhandenen Dramenanteils mit Blut, Schweiß und Tränen gar ohne jeglichen ergreifenden Wert und verweigern auch sonstig hartnäckig jeglichen Ausdruck. Zwar werden nach einer kurzen Start-, aber längeren Anlaufphase die Waffen in Form von Pistolen und Messern gezückt, befindet man sich auch in den geeigneten Locations von Lagerhalle, Schrottplatz und aufgehäuften Kieshügeln, stellen sich die Auseinandersetzungen aber als flüchtig hingeworfene Skizzen mild gewalttätiger Duelle dar. Verkrampft gefügte Improvisationen von Action Director Chan Muk-chuen, die lange auf sich warten lassen, dann erst zu seltsamen Zerrbildern zerschrumpft werden und nur gegen Ende bei einem hintereinander geschalteten Dreier-Finale mit hohem Munitionsverbrauch plötzlich eine angenehm trockene Ekstase erreichen.