Der Vagabund von Texas – so der deutsche Titel – schlägt angenehm leise Töne an und ist deutlich mehr Komödie als klassischer Western. Die Geschichte ist schnell umrissen: Gary Cooper spielt den gutmütigen, leicht tollpatschigen Cowboy Melody Jones, der durch eine Reihe von Missverständnissen für einen berüchtigten Revolverhelden und Bankräuber Monte Jarrad (Dan Duryea) mit denselben Initialen gehalten wird. Statt den Irrtum sofort aufzuklären, beginnt ihm diese neue Rolle jedoch überraschend zu gefallen – schließlich bringt sie ihm Respekt, Aufmerksamkeit und die Nähe zur hübschen Cherry (Loretta Young), die ihn charmant umgarnt und spürbar bei Laune hält.
Der Film lebt vom Spiel mit Identitäten und vom Humor, der aus der Diskrepanz zwischen Coopers wahrem Wesen und dem gefürchteten Image entsteht. Cooper gibt keinen harten Westernhelden, sondern einen Mann, der eher stolpert als schießt – und gerade dadurch enorm sympathisch wirkt. Loretta Young ergänzt das perfekt: Sie bringt Leichtigkeit und Charme ins Geschehen und spielt ihre Figur mit einem feinen Gespür dafür, wer Melody wirklich ist.
Der Vagabund von Texas ist kein klassischer Western: große Schießereien oder harte Konflikte bleiben die Ausnahme. Stattdessen setzt der Film auf Situationskomik, Verwechslungen und einen insgesamt sehr entspannten Ton. Nicht jeder Gag sitzt, und es gibt ein paar Längen, doch immer dann, wenn der Film sich ganz auf seine humorvolle Grundidee verlässt, geht das Konzept auf.