Und auf Alcatraz werden währenddessen Kindergeburtstage gefeiert…
„Meuterei auf der Teufelsinsel“ aka „I Escaped The Devils Island“ ist vielleicht der exotischste, heißeste und sonnigste Gefängnisausbruchsexploitationer aller Zeiten und lässt Jim Brown und ein paar weitere Gefangene einen Plan schmieden, wie sie einem ultraheissen Inselgefängnis mit drakonischen Aufsehern entkommen können…
Roger Corman macht „Papillon“
Filme wie „The Great Escape“, „Das Loch“ oder „Flucht von Alcatraz“ mag ich sehr. Und genau in diese Kerbe schlägt „Meuterei auf der Teufelsinsel“ - nur wesentlich schwitziger, fieser und ungemütlicher. Eben Bahnhofskino, wie es leibte, lebte und klebte. Und kopierte. Das Meer peitscht, über den heissen Sand will man nicht spazieren, die Strapazen und Leidenswege sind förmlich spürbar. Ein radikaler Sommerfilm, der das Gegenteil einer Abkühlung ist. Einarmige Kommandanten und homosexuelle Insassen. Sexuelle Gesinnungen und unbändiger Wille. Kreischende Wildnis und tödliche Opfer. (Wie im klarsten Vorbild „Papillon“) versehrte Leprakranke und ein tiefsitzender Wunsch nach Freiheit, Gerechtigkeit, Menschlichkeit. Hier flutscht ein Rad ins nächste, hier werden wortwörtlich (keine) Gefangen gemacht. Der Dschungel ist echt, der Schweiß ist echt, die Schmerzen sind echt, der Hass ist echt. Und das macht diesen insulanen Prison Break durchaus zu etwas Besonderem. Und endlich konnte ich auf dem (für Leute wie mich, zumindest für einen Monat, lohnenswerten) C-Movie-Amazon-Channel „Franatic“ mal wieder eine Perle in HD bewundern - nach etlichen minderbemittelten und niedrigaufgelösten „Schätzchen“ in SD, wenn überhaupt. Hier lohnt es sich wirklich, vor allem aufgrund der strahlenden Schauwerte und eindringlichen Dschungelatmo. Sogar Kannibaleneinschübe gibt es. Hier werden keine Kompromisse in Sachen Tabus und Antimainstream gemacht.
Fazit: starker, schwitziger und harter Men-In-Prison-Exotik-Tipp - Jim Brown zwischen Martyrium, Machotum und Männer unter strahlender Sonne… „Meuterei auf der Teufelsinsel“ ist genauso reißerisch und sleazy wie sein Titel verheisst. Bahnhofskino, mit allen Körperflüssigkeiten gewaschen!